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Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen

Friesoythe

Friesoythe

Friesoythe // (plattdeutsch: Aithe) ist eine Stadt und eine selbständige Gemeinde an der Soeste im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen und gehört zum Oldenburger Münsterland. Friesoythe ist das nördlichste Mittelzentrum und die flächengrößte Kommune im Oldenburger Münsterland. Die Stadt ist seit 2004 Mitglied des Ringes der Europäischen Schmiedestädte und hat sich daher den Beinamen Eisenstadt gegeben.

Geographie

Geographische Lage

Das Stadtgebiet liegt überwiegend in der östlichen Hunte-Leda-Moorniederung; zwei Ortsteile sind allerdings Teil des Hümmling.

Stadtgliederung

Friesoythe ist in folgende Ortschaften und Ortsteile gegliedert:

Ortschaften

Ortsteile:

Einwohnerzahlen (Stand 31. Dezember 2025)

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete

Das Stadtgebiet von Friesoythe gehört hydrologisch zum Flusssystem der Ems.

Zu den bedeutendsten Oberflächengewässern im Gebiet der Stadt Friesoythe zählen die Soeste, die Marka sowie die Sagter Ems.

Ein weiteres zentrales Gewässer ist die Marka, ein rund 28 Kilometer langer rechter Quellfluss der Sagter Ems.

Von besonderer Bedeutung ist das Naturschutzgebiet Schwaneburger Moor, das 1985 unter Schutz gestellt wurde (NSG WE 159). Das Gebiet besitzt als Hochmoorrest eine wichtige Funktion als Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tiergemeinschaften sowie für Amphibien, Reptilien und moortypische Vogelarten.

Nördlich daran schließt das Schwaneburger Moor-Nord an, das seit 1987 als eigenständiges Naturschutzgebiet (NSG WE 184) ausgewiesen ist. Es umfasst rund 137 Hektar und ergänzt den Schutz der verbliebenen Moorflächen im Bereich des ehemaligen Ostermoores.

Ein weiteres bedeutendes Feuchtgebiet ist das teilweise auf Friesoyther Gebiet liegende Vehnemoor-West, das sich über Friesoythe und Bösel erstreckt. Das Naturschutzgebiet (NSG WE 207) ist rund 300 Hektar groß,

Im südöstlichen Stadtgebiet reicht zudem das FFH-Gebiet „Heiden und Moore an der Talsperre Thülsfeld“ bis an Friesoythe heran.

Neben diesen Schutzgebieten bestehen im Soestetal und im Markatal (NSG WE 296) zahlreiche Niedermoor-, Nasswiesen- und Feuchtgrünlandbereiche, die für den Wasserhaushalt und den Artenreichtum des Stadtgebietes von großer Bedeutung sind.

Untergrundverhältnisse

Friesoythe liegt im Naturraum der Ostfriesisch-Oldenburgischen Geest innerhalb des Norddeutschen Tieflands. Das Stadtgebiet wird überwiegend von pleistozänen Sanden und glazifluvialen Ablagerungen geprägt, die während der Saale-Kaltzeit entstanden. Typisch sind sandige Geestböden mit geringer Reliefenergie sowie lokal ausgeprägte Niederungs- und Moorbereiche.

Geomorphologisch gehört Friesoythe zur Oldenburger Geest, die durch flachwellige Geestplatten, Talsandflächen und vermoorte Senken gekennzeichnet ist. Die höher gelegenen Geestflächen bestehen überwiegend aus nährstoffarmen Sanden und Geschiebedecksanden, während in den tiefer gelegenen Bereichen Niedermoor- und Hochmoorbildungen vorkommen. Diese Landschaftsstruktur prägt besonders die Randbereiche des Stadtgebiets in Richtung des Saterlands und der angrenzenden Moorgebiete.

Die Böden im Raum Friesoythe bestehen vorwiegend aus Podsolen und podsolierten Sandböden; in den Niederungen treten organische Moorböden und anmoorige Substrate auf. Aufgrund der wasserdurchlässigen Sandkörper besitzt die Geestlandschaft eine vergleichsweise hohe Grundwasserneubildung. Landwirtschaftlich werden die Geestflächen überwiegend als Acker- und Grünland genutzt; Moorstandorte wurden historisch entwässert und kultiviert.

Friesoythe liegt hydrogeologisch innerhalb des nordwestdeutschen Lockergesteinsbereichs der Norddeutschen Tiefebene. Der Untergrund wird überwiegend aus quartären Sanden, Kiesen sowie lokal aus Geschiebemergel, Schluff und Moorablagerungen aufgebaut. Diese Sedimente bilden überwiegend Porengrundwasserleiter, die für die regionale Grundwasserführung von Bedeutung sind.

Der erste Grundwasserleiter (oberflächennaher Grundwasserleiter) ist im Gebiet von Friesoythe großflächig in den pleistozänen Fein- bis Mittelsanden der Geest entwickelt und befindet sich im Allgemeinen in einer Tiefe von 1–25 m. Die Grundwasseroberfläche liegt – abhängig von Geländehöhe, Jahreszeit und Entfernung zu Vorflutern wie Soeste, Marka oder Sagter Ems – häufig bereits wenige Meter unter Geländeoberkante. In Niederungs- und Moorgebieten kann sie oberflächennah anstehen. Die Grundwasserneubildung erfolgt überwiegend durch die Versickerung von Niederschlagswasser auf den durchlässigen Geeststandorten.

Unterhalb gering durchlässiger Zwischenlagen aus Geschiebemergel, schluffigen oder tonigen Sedimenten folgt lokal ein zweiter Grundwasserleiter, der hydraulisch teilweise vom oberen Grundwasserstockwerk getrennt ist. Dieser tiefere Aquifer besteht ebenfalls überwiegend aus sandig-kiesigen Ablagerungen quartären Alters. Er besitzt aufgrund seiner Mächtigkeit und vergleichsweise geschützten Lagerung eine besondere Bedeutung für die öffentliche Trinkwasserversorgung und Wasserwirtschaft in der Region. Die Mächtigkeit sowie Tiefenlage variieren innerhalb des Stadtgebietes abhängig vom glazialen Schichtenaufbau deutlich und sind im Allgemeinen in einer Tiefe von 25–40 m, in Einzelfällen in einer Tiefe bis zum 100 m.

Hydrogeologisch ist Friesoythe Teil eines Grundwasserneubildungsraums der Geest. Das Grundwasser strömt überwiegend den Niederungen der Soeste und ihrer Nebengewässer zu, die als natürliche Vorfluter wirken und den Gebietswasserhaushalt wesentlich beeinflussen. Moorgebiete im Norden und Westen des Stadtgebiets stehen dabei in engem Austausch mit dem oberflächennahen Grundwasser.

Geschichte

Bronzenes Stadtmodell von Friesoythe im 15. Jahrhundert
Bronzenes Stadtmodell von Friesoythe im 15. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung von Friesoythe (Stadt) von 1968 bis 2022
Einwohnerentwicklung von Friesoythe (Stadt) von 1968 bis 2022
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1227 machte Graf Otto von Tecklenburg die kurz zuvor erbaute Burg Oite in Friesoythe zu seiner Residenz. Schnell siedelten sich in der Nähe der Burg Landwirte, Kaufleute und Handwerker an. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte Friesoythe weitreichende Handelsbeziehungen, wie der Münzfund von Friesoythe beweist, dessen über 300 Silbermünzen aus Köln, Münster, Osnabrück und anderen Städten nur bis 1235 im Umlauf waren. Der heutige Stadtkern wurde bald von einer massiven Stadtmauer umgeben und galt lange als uneinnehmbar. 1308 wurde Friesoythe erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Friesoythe wird gelegentlich als „Hansestadt“ bezeichnet und soll Privilegien der Hanse genossen haben. Es war lange ungeklärt, ob Friesoythe tatsächlich der Hanse angehört hat. Durch einen Fund der Zahlungsaufforderung der Hanse an die Stadt Friesoythe konnte allerdings bewiesen werden, dass Friesoythe tatsächlich eine Hansestadt war.

Aufgrund von zahlreichen Raubzügen des Grafen Nikolaus II. von Tecklenburg stellten die Bischöfe von Münster und Osnabrück ein Heer auf, um die Burgen des Tecklenburger zu zerstören. Am 21. März 1394 eroberten sie die Burg Oite und machten sie dem Erdboden gleich.

Im Jahr 1400 musste Graf Nikolaus II. Friesoythe an den Bischof von Münster abtreten. Es gehörte seitdem bis 1802, ebenso wie das Saterland, zum Niederstift Münster und blieb katholisch geprägt.

Die Saterländer Flussschiffer sahen die benachbarte Handelsstadt bisweilen als Konkurrenten. Noch 1845 legten sie nach Johann Friedrich Minssen (M3:170) den Friesoythern ungastfreundliche Äußerungen in den Mund: „hárne jî vat ê’rder káumen, den hárne jî vat mítte géiten“ (Wären Sie etwas eher gekommen, hätten Sie etwas mitgegessen); während seine Frau Gerlinda Augusta Minssen, geborene von Traunstein, von dem Ausspruch: „ick wull jau woll’n Tâss Tei anbeiern, mán wî motte sporre“ zu berichten wusste („Ich würde Ihnen gern eine Tasse Tee anbieten, aber wir müssen sparen“).

1803 fiel Friesoythe wie der gesamte östliche Teil des Niederstifts Münster durch den Reichsdeputationshauptschluss an das Herzogtum Oldenburg. 1810–1813/14 war die Stadt Teil des Französischen Kaiserreiches. Friesoythe wurde jetzt vom Amt Cloppenburg, zu dem es seit dem 13. Jahrhundert gehört hatte, abgetrennt und Sitz eines oldenburgischen Amtes, 1858 erhielt Friesoythe auch ein Amtsgericht. 1933 wurde das Amt Friesoythe durch das oldenburgische „Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung“ vom 27. April 1933 gegen den Widerstand der Bevölkerung aufgehoben und wieder in den Amtsbezirk Cloppenburg eingegliedert. Zur Begründung verwies man darauf, Friesoythe sei als selbständiges Amt wirtschaftlich und finanziell nicht lebensfähig.

Zweiter Weltkrieg

→ Hauptartikel: Zerstörung von Friesoythe

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das bis dahin weitgehend unzerstörte Friesoythe am 14. April 1945 durch die einrückenden kanadischen Truppen auf Befehl des Kommandanten der 4. Kanadischen Panzerdivision, Generalmajor Christopher Vokes, hin nach Vertreibung der Wohnbevölkerung systematisch niedergebrannt und dann planiert, wobei bis zu 90 % des mittelalterlichen Ortes zerstört wurden. Hintergrund ist, dass der Kommandeur eines Bataillons des Infanterieregiments The Argyll and Sutherland Highlanders of Canada, Oberstleutnant Frederick E. Wigle, erschossen wurde. Fälschlich war anfangs die Vermutung, dass dies durch deutsche „Werwölfe“ geschah, während er in Wirklichkeit einem Feuergefecht mit regulären deutschen Soldaten zum Opfer fiel.

Nachkriegszeit

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war das nördliche Emsland mitsamt Friesoythe bis 1948 Teil der polnischen Besatzungszone, die ein Sondergebiet innerhalb der britischen Besatzungszone war. Der Ortsteil Neuvrees wurde geräumt, damit polnische Displaced Person dort zwischen Juni 1945 und Dezember 1946 untergebracht werden konnten. Die Ortschaft wurde in Kacperkowo umbenannt und die polnische Bevölkerung richtete die heute noch existierende sogenannte „Polenkirche“ ein.

Übertriebene Moralvorstellungen waren im Sommer 1959 Gegenstand ausführlicher Recherchen im Schwimmbad von Friesoythe durch Redakteure des Spiegel.

Das Amtsgericht Friesoythe wurde 1974 aufgelöst, seitdem gehört Friesoythe zum Bezirk des Amtsgerichts Cloppenburg.

2008 feierte Friesoythe das 700-jährige Jubiläum zur Stadterhebung. Im Zuge der Feierlichkeiten stand von April bis September ein 1:1-Modell des historischen, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Friesoyther Stadttores am Originalplatz in der Innenstadt. Ebenfalls zum 700-jährigen Jubiläum zur Stadterhebung wurde 2008 die Friedensglocke im Stadtpark eingeweiht. Bei der Glocke handelt es sich um die restaurierte „Katharinenglocke“ aus dem Jahr 1478, die der Stadt von der katholischen Kirchengemeinde St. Marien zur Verfügung gestellt wurde.

Gegenüber der Friedensglocke befindet sich ein von Kindern und Jugendlichen aus fünfzehn Friesoyther Schulen geschaffener Eiserner Kreuzweg, der am 17. April 2011 eingesegnet wurde.

Das Stadtwappen zeigt das Stadttor sowie zwei Herzen, das Hoheitszeichen der Grafen von Tecklenburg. Das im Wappen abgebildete Stadttor wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Eingemeindungen

In der niedersächsischen Gebietsreform wurden die Stadt Friesoythe und die Gemeinden Altenoythe, Gehlenberg, Markhausen, Neuscharrel und Neuvrees am 1. März 1974 zur heutigen Stadt Friesoythe zusammengeschlossen. Gehlenberg und Neuvrees gehörten bis zur Eingemeindung zum Landkreis Aschendorf-Hümmling.

Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1968 15.145
1969 15.329
1970 15.617
1971 15.832
1972 15.967
1973 16.054
1974 16.014
1975 16.065
1976 16.070
1977 16.036
1978 16.077
1979 16.096
1980 16.078
1981 16.025
Jahr Einwohner
1982 16.048
1983 15.986
1984 16.033
1985 16.050
1986 16.056
1987 16.578
1988 16.710
1989 16.878
1990 17.142
1991 17.318
1992 17.649
1993 18.080
1994 18.432
1995 18.907
Jahr Einwohner
1996 19.191
1997 19.374
1998 19.504
1999 19.737
2000 19.861
2001 20.064
2002 20.100
2003 20.204
2004 20.369
2005 20.493
2006 20.615
2007 20.547
2008 20.599
2009 20.572
Jahr Einwohner
2010 20.641
2011 20.960
2012 21.110
2013 21.335
2014 21.670
2015 21.918
2016 22.082
2017 22.288
2018 22.456
2019 22.368
2020 22.512
2021 22.612
2022 22.945
2023 23.234

Erklärung des Ortsnamens

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 947 Oete, um 1000 Ogitdi, um 1000 Odi, um 1200 Oyte, 1251 Oite und 1283 Oyte. Der Ortsname ist eine Bildung mit dem häufigen Ortsnamensuffix „-ithi“. Bestimmungswort ist Oog, Öje, „Auge, Insel“. Friesoythe bedeutet demnach „Ort in Insellage“ oder „Ort am Wasser“.

Religionen

Bis zum 2. Februar 2008 gab es sechs katholische Kirchengemeinden im Stadtgebiet Friesoythes, die St.-Marien-Gemeinde im Friesoyther Zentrum von 1677, die St.-Vitus-Gemeinde in Altenoythe von 855, die St.-Johannes-Gemeinde in Markhausen von 1423, die St.-Johannes-Baptist-Gemeinde in Thüle von 1922, die St.-Josef-Kapellengemeinde in Kampe, die seit 1986 von der St.-Vitus-Gemeinde Altenoythe mitverwaltet wurde und die St.-Ludger-Gemeinde in Neuscharrel von 1857. Diese wurden 2008 zu einer fusionierten Großgemeinde St.-Marien-Gemeinde Friesoythe, die zum Bistum Münster gehört.

Eine weitere katholische Kirche im Friesoyther Stadtbereich, die St.-Prosper-Kirche Gehlenberg von 1829, gehört zum Bistum Osnabrück. Seit 1912 gibt es in Friesoythe auch eine evangelische Kirche, die Michaelis-Kirche.

Konfessionsstatistik

Die Einwohner von Friesoythe gehörten im Jahr 2012 mit 65,6 % mehrheitlich der römisch-katholischen Konfession an. Weitere 20,2 % waren evangelisch-lutherisch und 14,2 % gehörten anderen Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos. Der Anteil der Protestanten und vor allem der der Katholiken ist seitdem gesunken. Im Jahr 2025 waren 51,4 % der Einwohner Mitglied der römisch-katholische Kirche, 17,5 % evangelisch-lutherisch und 31,2 % gehörten anderen Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos.

Konfessionszugehörigkeit der Einwohner 2012 2016 2020 2024
römisch-katholisch 13.819 13.575 13.566 12.656
evangelisch-lutherisch 4.244 4.410 4.659 4.287
andere bzw. konfessionslos 2.992 4.180 5.027 7.098
Gesamt 21.055 22.165 23.253 24.041

Politik

Stadtrat

Der Rat der Stadt Friesoythe hat aktuell 29 Mitglieder. Diese werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit beginnt am 1. November 2026 und endet am 31. Oktober 2031.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.

Die Kommunalwahl am 13. September 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Stadtratswahl Friesoythe 2026
Wahlbeteiligung: 63,65%
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,41
25,88
3,18
3,11
14,42
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2021
 %p
 15
 10
   5
   0
  −5
−10
−15
−20
−25
+10,83
−24,02
+0,23
+3,11
+14,42
Anmerkungen:
 
Freie Friesoyther Wähler

Die Ergebnisse der letzten Kommunalwahlen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Partei 12. September 2021 11. September 2016 11. September 2011
CDU 42,58 % 13.369 14 Sitze 53,09 % 14.384 17 Sitze 61,1 % 15.481 20 Sitze
SPD 49,90 % 15.668 16 Sitze 41,37 % 11.209 13 Sitze 34,5 % 8.734 11 Sitze
FDP 3,19 % 1001 1 Sitz 3,35 % 908 1 Sitz – – –
Die Linke 1,39 % 435 0 Sitze 2,17 % 589 1 Sitz – – –
GRÜNE 2,95 % 925 1 Sitz – – – 4,4 % 1.104 1 Sitz
Wahlbeteiligung 10.774 von 17.889 Stimmen 9.348 von 17.337 Stimmen 8.719 von 16.501 Stimmen
60,23 % 53,91 % 52,8 %

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt war von 2014 bis 2026 Sven Stratmann (SPD). Bei der Bürgermeisterwahl am 15. Juni 2014 setzte er sich in einer Stichwahl mit 65,63 % der Stimmen gegen die CDU-Kandidatin Hildegard Kuhlen mit 34,36 % durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,38 %. Stratmann trat sein Amt am 1. November 2014 an. Am 12. September 2021 wurde er mit 74,83 % der Stimmen wiedergewählt. Bernd Wichmann, der Gegenkandidat der CDU, kam auf 25,17 %. Die Wahlbeteiligung stieg auf 60,2 %. Bei der Kommunalwahl 2026 wurde Jann Christian Hegewald (CDU) mit 53,12% der Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Die Gegenkandidaten Melanie Buhr (SPD) und der Einzelbewerber Olaf Eilers erhielten 37,22% beziehungsweise 9,66% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung stieg erneut auf 63,66%.

Bürgermeister seit 1945

Name Amtsantritt Amtszeitende
Gerhard Wreesmann 7. April 1945 2. Februar 1946
Heinrich Vogel 1946 1948
Heinz Stuke 1948 1953
Gerhard Block 1953 28. Juli 1967
Heinrich Olberding 20. Oktober 1967 1. Oktober 1972
Ferdinand Cloppenburg 14. November 1972 2. März 1984
Heinrich Niehaus 11. April 1984 14. November 1996
Johann Wimberg 15. November 1996 31. Oktober 2014
Sven Stratmann 1. November 2014 31. Oktober 2026
Jann Christian Hegewald 1. November 2026

Wappen

Blasonierung: „Im silbernen Schild das alte Stadttor mit dreistufigem Treppengiebel in rot. Der zweitoberste Giebel trägt zwei, der drittoberste Giebel drei silberne Schießscharten. Im Unterbau über der Tordurchfahrt zeigt es zwei silberne Schießscharten, dazu eine schwarze Öffnung. Beiderseits des Treppengiebels befindet sich je ein ausgebrochenes herzförmiges rotes Blatt (Seeblatt).“

Flagge

Hissflagge: „Die Stadtflagge zeigt in drei gleich breiten Querstreifen von oben nach unten die Farben Weiß, Rot und Weiß; auf dem oberen weißen Streifen zum Liek hin zwei rote Seeblätter.“

Städtepartnerschaft

Seit 2005 besteht eine Städtepartnerschaft mit der westpolnischen Kreisstadt Świebodzin im Landkreis Świebodziński in der Woiwodschaft Lebus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

St.-Marien-Kirche
St.-Marien-Kirche
Windmühle Gehlenberg (Erdholländer)
Windmühle Gehlenberg (Erdholländer)
Friedensglocke im Stadtpark
Friedensglocke im Stadtpark
Eiserner Kreuzweg im Stadtpark
Eiserner Kreuzweg im Stadtpark
Wisentdenkmal in Neuvrees
Wisentdenkmal in Neuvrees
St. Vitus-Kirche in Altenoythe
St. Vitus-Kirche in Altenoythe
Haus Pancratz
Haus Pancratz
Statue eines Sensenschmiedes bei der Marienkirche
Statue eines Sensenschmiedes bei der Marienkirche
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Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Friesoythe

Sehenswürdigkeiten

  • St. Marien-Kirche in Friesoythe, gelegen im Zentrum der wohl im 13. Jahrhundert gegründeten Stadt Friesoythe.
  • St.-Vitus-Kirche in Altenoythe aus dem 9. Jahrhundert mit Findlingsmauerwerk aus dem 12. Jahrhundert. Ur-Pfarrei für Bösel, Friesoythe, Kampe, Harkebrügge und Barßel
  • Postmuseum Friesoythe
  • Kulturzentrum „Alte Wassermühle“
  • Windmühle Gehlenberg (Station der Niedersächsischen Mühlenstraße)
  • Stadtpark Friesoythe mit Friedensglocke (2008 eingeweiht) und Eisernem Kreuzweg (2011 eingeweiht)
  • „Pestschinken“ im Rathaus am Stadtpark
  • „Der alte Vierfuß“ beim alten Rathaus
  • Gehlenborg’sche Scheune in Markhausen
  • Werkhaus Pancratz
  • Wisentdenkmal in Neuvrees

Bilder

Freizeit und Erholung

Veranstaltungen

  • Schützenfest (erstes Wochenende im August, Sa., So., Mo.)
  • Maitage (letztes Wochenende im April, Fr., Sa., So.)
  • Eisenfest (dritter Sonntag im September)

Eisenstadt

Als Mitglied des Ringes der Europäischen Schmiedestädte nennt sich Friesoythe Eisenstadt. Aus diesem Grund sind auch der Rahmen der Friedensglocke und der Kreuzweg im Stadtpark aus Eisen gefertigt worden. Nachdem der Name „Hansestadt“ zeitweise verworfen wurde, da es lange keine belastbaren Hinweise auf eine Zugehörigkeit zur Hanse gab, konnte inzwischen durch den Fund einer Zahlungsaufforderung der Hanse an die Stadt Friesoythe belegt werden, dass Friesoythe tatsächlich eine Hansestadt war. Der Name „Eisenstadt“ wurde dennoch zusätzlich etabliert, nachdem bei Ausgrabungen ein historischer Rennofen zur Eisenverhüttung entdeckt wurde. Solche Öfen sind jedoch keine regionale Besonderheit und wurden in weiten Teilen Norddeutschlands nachgewiesen.

Wirtschaft und Infrastruktur

VBN Linienbus 910 nach Oldenburg bei Pirgo
VBN Linienbus 910 nach Oldenburg bei Pirgo
St. Marien-Hospital
St. Marien-Hospital
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Friesoythe ist als Mitglied des „Zweckverbands Interkommunaler Industriepark Küstenkanal“ am Industrie- und Gewerbegebiet c-Port beteiligt. Friesoythe ist außerdem Mitglied im Ring der Europäischen Schmiedestädte, der sich zum Ziel gesetzt hat, die regionale Vielfalt des Schmiedehandwerks und der Metallgestaltung in der globalen Einheit Europas auf allen Ebenen zu fördern.

Verkehr

Friesoythe ist an das Bundesfernstraßennetz über die Bundesstraße B 72 angeschlossen, welche zudem Friesoythe indirekt mit den Bundesautobahnen A 28 und A 1 sowie der Bundesstraße B 401 verbindet.

Obwohl Friesoythe in Richtung Cloppenburg über eine Bahnanbindung verfügt, wird kein öffentlicher Personenverkehr über diese Strecke abgewickelt. Es gibt Überlegungen, diese Bahnstrecke als Güterverkehrsstrecke zum C-Port weiterzuführen bzw. stillgelegte und demontierte Abschnitte wiederaufzubauen.

Friesoythe ist mit den Bahnstationen in Oldenburg und Cloppenburg über die Weser-Ems-Bus-Linien 910, 900 und S 90 im Zwei-Stunden-Takt verbunden, wobei der Fahrplan einen Anschluss an diverse Zugverbindungen vorsieht. Zudem ist auch das Saterland mit den Linien 900 und S 90 erreichbar. Alle übrigen Fahrten dienen hauptsächlich dem Schülerverkehr.

Die Anbindung an das Bundeswasserstraßennetz wird über den im Aufbau befindlichen C-Port am Küstenkanal realisiert.

Bildung

In der Stadt befinden sich folgende Schulen:

sowie die neun Grundschulen

  • Grundschule Edewechterdamm
  • Grundschule Gerbert-Schule
  • Grundschule am Markatal
  • Grundschule Gehlenberg
  • Grundschule Kampe
  • Grundschule Marienschule
  • Grundschule Mittelstenthüle
  • Grundschule Neuscharrel
  • Grundschule Ludgeri-Schule

Die Grundschulen Neuvrees und Hohefeld wurden unter Bürgermeister Stratmann geschlossen. Schließungspläne für die Grundschule Neuscharrel scheiterten am Widerstand der Ortsgemeinschaft.

Gesundheit

Das in katholischer Trägerschaft befindliche Krankenhaus St.-Marien-Hospital Friesoythe wurde 1867 gegründet und ist eine Klinik der Grund- und Regelversorgung. Das Krankenhaus verfügt über 130 Betten und beschäftigt rund 240 Mitarbeiter.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Würdigung der Stadt Friesoythe. Die Stadt hat die folgenden Personen damit ausgezeichnet:

  • Friedrich Wilhelm Krose (* 24. Juni 1827; † 28. Juni 1908), Ratsherr von 1877–1901
  • D. Wimberg (* 14. März 1825; † 17. Januar 1904), Ratsherr von 1878–1904
  • Friedrich Hasskamp (* 23. Juni 1837; † 27. Juli 1919), Bürgermeister von 1878–1909
  • W. v. d. Horst (* 29. Januar 1826; † 14. Mai 1905), Stadtkämmerer von 1875–1905
  • Lambert Meyer (* 29. Januar 1855 in Essen in Oldenburg; † 2. Februar 1933 in Vechta), Priester und Bischöflicher Offizial des Bistums Münster in Oldenburg
  • Anton Wreesmann (* 26. August 1858; † 22. Oktober 1928), Ratsherr von 1920–1924
  • Theodor Krose (* 30. Oktober 1864; † 15. Januar 1945), Bürgermeister von 1909–1929
  • Bernhard Küstermeyer (* 23. Juli 1871; † 16. April 1951), Pfarrer in Friesoythe von 1922–1951
  • August Wehage (* 3. Oktober 1908 in Dinklage; † 7. Mai 1977 in Friesoythe), Pfarrer in Friesoythe von 1951–1977
  • Clemens Woltermann (* 19. April 1901; † 15. Januar 1990), Leiter des Albertus-Magnus-Gymnasiums von 1958–1966
  • Gerhard Glup (* 28. Januar 1920 in Thüle; † 9. Dezember 2006 ebenda), Ratsherr von 1956–1968, 8 Jahre stellv. Bürgermeister, MdL (1967–1986), niedersächsischer Landwirtschaftsminister (CDU) von 1976–1986
  • Ferdinand Cloppenburg (* 18. April 1931 in Altenoythe), Ratsherr von 1968–1984, Bürgermeister von 1972–1984, Generalstaatsanwalt an den Oberlandesgerichten in Celle und Oldenburg (CDU)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Heinrich Totting von Oyta (≈1330–1397), Theologe und Philosoph, Mitbegründer der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
  • Lambert Pancratz (1800–1871), Jurist, Politiker, Mitglied des Großherzoglich Oldenburgischen Landtages
  • Wilhelm Bartel (1821–1880), Jurist, Richter und Parlamentarier
  • Heinrich Anton Adolph Cloppenburg (* 11. April 1844 in Altenoythe; † 11. November 1922 in Den Haag, Niederlande), Mitbegründer des Bekleidungshauses Peek & Cloppenburg in Rotterdam
  • Karl Willoh (1846–1915), katholischer Theologe, Strafanstaltsgeistlicher, Heimatforscher, Historiker, Fachautor für Geschichte und Lehrbuchautor
  • Franz Driver (1863–1943), Politiker (Zentrum), Präsident des Oldenburgischen Oberverwaltungsgerichts
  • Josef Haßkamp (1874–1946), Politiker (Zentrum), Abgeordneter im Oldenburgischen Landtag
  • Wilhelm Abeln (1894–1969), Landwirt und Politiker, Mitglied im Ernannten Landtag von Oldenburg
  • Adolf Bauer (1940–2026), Präsident des Sozialverbandes Deutschlands (SoVD)
  • Bernhard Bramlage (* 1949), Landrat des Landkreises Leer (SPD)
  • Hubert Gelhaus (* 1950), Germanist, Lehrer und Autor
  • Gerhard de Haan (* 1951), Erziehungswissenschaftler, Professor an der Freien Universität Berlin
  • Peter Steppuhn (1956–2018), Ur- und Frühgeschichtler mit dem Spezialgebiet der Archäologie des Glases
  • Monika Hilker (* 1959), Professorin am Institut für Biologie, angewandte Zoologie und Tierökologie der Freien Universität Berlin
  • Franz-Josef Holzenkamp (* 1960), Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU), agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion
  • Bernhard-Heinrich Herzog (* 1964), Schauspieler
  • Martin Kreyenschmidt (* 1965), Polymer-Chemiker
  • Johann Wimberg (* 1969), Bankkaufmann, von 1996 bis 2014 Bürgermeister von Friesoythe
  • Ralf Köttker (* 1970), Sportjournalist und Funktionär
  • Wilhelm Knelangen (* 1971), Politikwissenschaftler
  • Frank Willenborg (* 1979), Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga
  • Thomas Imbusch (* 1987), Koch
  • Fabian Arends (* 1990), Jazzmusiker
  • Lukas Reinken (* 1995), Politiker (CDU)

Personen mit Bezug zu Friesoythe

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