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Herzog des Friaul

Wechtari

Wechtari

Das Wichtigste

Geburtsdatum650
Sterbedatum671
TätigkeitAristokrat
GeburtsortVicenza
SterbeortCividale del Friuli

Wechtari, auch Wectari oder Vectari (* in Vicenza; † um 666, auch 670 wird genannt), war für kurze Zeit Herzog des Friaul.

Die einzige Quelle zu seinem Leben stellt die Historia Langobardorum des Friulaners und Langobarden Paulus Diaconus vom Ende des 8. Jahrhunderts dar.

Leben

Die Kirche San Quirino in San Pietro al Natisone
Die Kirche San Quirino in San Pietro al Natisone

Vorgeschichte

Sein Vorgänger Arnefrit und dessen Vater Lupus hatten versucht, die Macht an sich zu reißen und König Grimoald zu stürzen, doch musste Lupus aus Pavia nach Forum Julii weichen. In dieser Zeit kämpften Byzantiner, Franken, Slawen und Awaren in Italien. Im Kampf gegen die Awaren kam Lupus schließlich ums Leben. Dem König aber gelang es, die Awaren dazu zu bewegen, das Land zu verlassen, und auch die übrigen Angreifer unterlagen oder zogen sich zurück. Arnefrit versuchte indessen, das Herzogtum seines Vaters für sich zu gewinnen, wozu er sich mit benachbarten Slawen verbündete. Doch die Gefolgsleute des Königs besiegten diese Slawen, Arnefrit wurde erschlagen (Historia Langobardorum, liber V, 22).

Einsetzung Wechtaris als Herzog durch König Grimoald

Der König setzte nun Wechtari als neuen Herzog ein. Den Sohn des Königs, Romuald, seit 662 Herzog von Benevent, verheiratete er mit Lupus’ Tochter Theuderada (Teoderada), wohl einer Schwester Arnefrits.

Wechtari beschreibt Paulus Diaconus als „vir benignus et populum suaviter regens“, also etwa als ‚wohlmeinenden Mann, der die Leute mit Verständnis regierte‘, wie Schwarz übersetzt.

Schlacht bei „Broxas“, Sieg über Slawen

Während Wechtari sich in Pavia aufhielt, der langobardischen Hauptstadt, griffen die Slawen die Hauptstadt des Herzogtums an. Kurz vor Forum Julii, östlich der Stadt, lagerten sie an einer Stelle, die „Broxas“ hieß (unweit der Grotte San Giovanni d’Antro). Doch wussten die Slawen nicht, dass Wechtari bereits am Vortag aus Pavia zurückgekehrt war – was Paulus Diaconus der göttlichen Vorsehung zuschreibt.

Die Slawen machten sich über Wechtari lustig, der, nachdem sich sein Gefolge nach Hause begeben hatte, wie es üblich war, nur mit einer kleinen Schar von 25 Mann zu ihnen ging. Die Slawen, die die kleine Gruppe sahen, lachten und sagten, der Patriarch ziehe mit seinem Klerus heran. Als Wechtari an die Brücke über den Natisone kam (vielleicht die San-Quirino-Brücke), dort, wo die Slawen ihr Lager hatten, nahm er den Helm ab. Anhand seines kahlen Kopfes, der wohl weithin bekannt war, erkannten sie den neuen Herzog und schrien aufgeregt. Sie gerieten in Panik – Paulus schreibt, Gott habe sie in Panik versetzt –, so dass sie sich zur Flucht wandten. Es folgte ein Gemetzel, in dem von den 5000 Mann, wie Paulus Diaconus berichtet, kaum einer lebend davonkam (Historia Langobardorum, liber V, 23).

Diese so plastische und hinsichtlich der Zahlenangaben so unwahrscheinliche Geschichte wurde vielfach wiedergegeben, verstärkt seit der Ausgabe der Historia Langobardorum durch Muratori im Rahmen der Rerum Italicarum scriptores. Da es sich um die erste Schlacht gegen Slawen handelte, wurde nach dem genauen Ort gesucht, der sich bei San Pietro al Natisone festmachen ließ, nahe des Ponte di Vernasso und der Kirche San Quirino.

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Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel