
Vorhofflattern, eine Form der absoluten Arrhythmie, ist eine vorübergehende (paroxysmale = anfallweise) oder andauernde (permanente) Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens in Ruhe regelmäßig 240- bis 340-mal pro Minute erregt werden, die Kammern hingegen meist langsamer schlagen.
Krankheitsentstehung
Die Ursache liegt meist in einer Erregungsausbreitungsstörung im rechten Vorhof. Dabei kommt es zu einer kreisenden Erregung, wobei ein elektrischer Impuls entlang der Trikuspidalklappe immer wieder zurückkehrt und das Gewebe erneut erregt. Dabei kommt es zu Vorhoffrequenzen von 250–350/min.
Diese Erregungen werden aber meist nicht komplett auf die Herzkammern weitergeleitet, weil der AV-Knoten typischerweise nur jede zweite Erregung der Vorhöfe auf die Kammern überleitet (2:1-Überleitung). Dadurch führt das Vorhofflattern meist zu einem „Herzrasen“ in Form einer regelmäßigen Pulsbeschleunigung (Tachykardie) auf 120 bis 170 Schläge pro Minute.
Bei gestörter Erregungsleitung und unter dem Einfluss AV-Knoten-blockierender Arzneimittel (z. B. Verapamil, Amiodaron, Betablocker oder Digitalis) erhöht sich das Blockierungsverhältnis (z. B. auf 3:1 oder 4:1 oder unregelmäßig), so dass die Herzkammern langsamer und evtl. unregelmäßig schlagen.
Es kann allerdings auch zu einer 1:1 Überleitung kommen, wobei alle Vorhoferregungen die Herzkammern erreichen. In diesen Fällen kann es zu bedrohlichen Kammertachykardien kommen.
Ursachen
Als Ursache des Vorhofflatterns kommen Herzerkrankungen wie Herzmuskelentzündung, Koronarsklerose, Mitralklappenfehler und Thyreotoxische Myopathie durch Hyperthyreose (Thyreotoxikose) in Frage.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt über das EKG, wo sägezahnartige Muster in den Ableitungen II, III und aVF typisch sind.
Weblink
L. Brent Mitchell: Vorhofflattern. MSD Manuals, 1. Januar 2023, abgerufen am 1. Juni 2024.
