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italienische Gemeinde

Seui

Seui

Seui ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 1137 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Ogliastra und der historischen Teilregion Barbagia di Seùlo auf Sardinien. Der Ort liegt auf 820 Metern über dem Meer und ist damit der sechsthöchstgelegene Ort Sardiniens.

Geschichte

Die Region ist bereits seit dem 3. Jt. v.u.Z. besiedelt, was die umliegenden archäologischen Stätten belegen, wie der Nuraghe Ardasai mit einem nuraghischen Dorf.

Im Mittelalter, der Richterzeit auf Sardinien, gehörte Seui zum Judikat Cagliari. Nach dem Untergang des Judikats (1258) fiel es für kurze Zeit an das Judikat Gallura und stand anschließend unter der direkten Kontrolle der Seerepublik Pisa.

1324 wurde Sardinien von den Spaniern des Hauses Aragon erobert, die sich über die gesamte Insel ausbreiteten. 1604 wurde Seui an das Ducato di Mandas übergeben. Aus dieser Zeit stammt das spanische Gefängnis im Ort, das für die Rechtsdurchsetzung in der Barbagia di Seulo errichtet wurde. Es wurde bis 1975 genutzt.

Nahe des Ortes bei „Fundu 'e Corongiu“ entdeckte der General Alberto La Marmora im Jahr 1827 bei seinen Reisen zur Kartografierung Sardiniens ein Anthrazitvorkommen. Ab 1850 entstand ein Bergbaukomplex, um die Kohle abzubauen. 1960 wurde dieser geschlossen.

Museen und Sehenswürdigkeiten

Im historischen Zentrum von Seui wurde der Museumskomplex „Musei Sehuiense“ eingerichtet, der aus fünf ethnografischen Museen besteht, die die Geschichte des Ortes in verschiedenen Häusern erzählen, die zu einem kulturellen Rundgang verbunden werden können.

  • Palazzina Liberty (in der Hauptstraße, mit Ticket Office)
  • Casa Farci
  • Carcere Spagnolo
  • Sa Domu 'e Sa Maja
  • Galleria Civica

Feste

Zu Allerheiligen findet mit Su Prugadoriu eine Art Helloween statt, „is animas“ – „die Seelen“ ziehen durch den Ort, zudem die traditionellen Masken des Ortes, die eine geheimnisvolle und unheimliche Atmosphäre verbreiten.

Natur

Die Wälder von Seui am Montarbu
Die Wälder von Seui am Montarbu

Ein beträchtlicher Teil des Gemeindegebiets von Seui wird vom Wald Montarbu eingenommen. Mit seinen 2.800 Hektar gehört er zu den bedeutendsten Waldgebieten Sardiniens, die in SIC- und ZPS-Gebieten unter Schutz stehen.

In seinem Inneren kann man reine Steineichen-, Flaumeichen-, Korkeichen- und Kastanienwälder bewundern; außerdem gibt es Exemplare der Schwarzbuche, der Stechpalme, der Eibe sowie zahlreiche endemische Pflanzenarten von naturkundlichem Interesse. Der Park ist eine Oase der dauerhaften Wiederansiedlung von Wildtieren wie dem Steinadler, dem sardischen Hirsch, dem Damhirsch, dem Mufflon und den weit verbreiteten Wildschweinen.

Höchster Punkt ist mit 1.325 Metern die Punta Margiani Pubusa an der nördlichen Grenze zum Flumendosa und zum Gennargentu-Massiv.

Der Montarbu-Park ist für Touristen und Übernachtungsgäste gut zugänglich. Vom Besucherzentrum der Forstbehörde aus beginnen verschiedene Wanderpfade mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die teilweise auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sind.

Geographie

Die Gemeinde liegt etwa 30 Kilometer im Landesinneren westsüdwestlich von Tortolì im südlichen Gennargentu (Parco nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu) und gehört seit 2025 zur Provinz Ogliastra.

Verkehr

Durch die Gemeinde führt die Strada Statale 198 di Seui e Lanusei von Serri nach Tortolì. Der Bahnhof von Seui liegt an der Bahnstrecke Mandas–Arbatax, die jedoch nicht regelmäßig bedient wird.

In 57 Sprachen

Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel