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Film von Kevin Reynolds (1991)

Robin Hood – König der Diebe

Robin Hood – König der Diebe

Das Wichtigste

Veröffentlichungsdatum14. Juni 1991
ist ein(e)Film
AuszeichnungGoldene Himbeere/Schlechtester Schauspieler
RegisseurKevin Reynolds
GenreMantel-und-Degen-Film
Alle Daten der Infobox 14
Titel
Robin Hood – König der Diebe
Originaltitel
Robin Hood: Prince of Thieves
Produktionsland
USA
Originalsprache
Englisch
Erscheinungsjahr
1991
Länge
Kinofassung: 143 Minuten Langfassung: 155 Minuten
Altersfreigabe
FSK 12 JMK 10
Produktions­unternehmen
Morgan Creek Productions
Regie
Kevin Reynolds
Drehbuch
Pen Densham John Watson
Produktion
Pen Densham Richard Barton Lewis John Watson
Musik
Michael Kamen
Kamera
Douglas Milsome
Schnitt
Peter Boyle

Robin Hood – König der Diebe ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm mit Kevin Costner als Sagenheld Robin Hood, Morgan Freeman, Mary Elizabeth Mastrantonio und Alan Rickman; Regie führte Kevin Reynolds. Er startete am 14. Juni 1991 in den US-Kinos. Bryan Adams’ Titelsong (Everything I Do) I Do It for You stand mehrere Monate auf Platz eins der Musikcharts.

Handlung

Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge. Im Jahre 1194 kann der junge englische Adelige Robin von Locksley nach dem gescheiterten Dritten Kreuzzug aus der Kriegsgefangenschaft entfliehen – zusammen mit seinem Freund Peter und dem Mauren Azeem. Azeem fühlt sich gegenüber Robin in der Schuld und schließt sich ihm als Leibwächter und Berater an. Auf der Flucht wird Peter von einem Bogenschützen getroffen; sterbend gibt er Robin seinen Ring und lässt ihn schwören, sich um seine Schwester Marian zu kümmern. Peter stürzt sich auf die Wächter, damit Robin und Azeem erfolgreich aus Jerusalem flüchten können. Gemeinsam gelingt beiden die Flucht, sie erreichen vier Monate später England.

Auf dem Weg zu Robins Familienanwesen geraten die beiden Männer auf Guy von Gisborne und seine Handlanger, die einen Jungen namens Wulf verfolgen. Robin rettet den Jungen, wobei er mehrere Handlanger tötet. Guy wird am Leben gelassen, er untersteht seinen Cousin George, dem Sheriff von Nottingham. In Robins Heimat erwartet beide statt des Friedens eine böse Überraschung: Robins Vater Lord Locksley wurde getötet, die Familienburg niedergebrannt und die Ländereien beschlagnahmt; einzig der geblendete Diener Duncan ist noch dort. Für alles ist ein Mann verantwortlich: der Sheriff von Nottingham, der während der Abwesenheit von König Richard Löwenherz ein grausames Regiment führt, die Bevölkerung knechtet und mit Hilfe seines Cousins Guy von Gisborne hohe Steuern auf brutale Weise eintreibt. Duncan erklärt ihm, dass Lord Locksley vom Sheriff – mit Hilfe des Bischofs – fälschlicherweise der Teufelsanbetung bezichtigt wurde und ihm umbringen ließ. In Wirklichkeit schwur Lord Locksley dem König Richard seine Treue und widersetzte sich damit dem Sheriff. Denn der Sheriff plant, während der Abwesenheit des Königs, selbst die englische Krone zu ergreifen.

Am Grab seines Vaters schwört Robin Rache. Mit einem Kreuzamulett seines Vaters machen sich Robin, Azeem und Duncan auf den Weg, um Robins Vater zu rächen. Zunächst überbringen sie Marian den Ring, wobei sich diese betroffen von der Todesnachricht, aber wenig angetan von Robin zeigt, da sie ihn in schlechter Erinnerung hat. Dieses Verhältnis verschlechtert sich zudem, als die Männer erneut vor dem samt Verstärkung anrückenden Guy von Gisborne fliehen müssen und dabei zwei Pferde Marians stehlen.

Robin, Duncan und Azeem finden auf der Flucht vor den Schergen des Sheriffs Schutz im gefürchteten Sherwood Forest rund um Nottingham, wo sie beim Überqueren eines Flusses auf eine Gruppe für vogelfrei erklärter Männer treffen. Angeführt wird diese von John Little, während, dem Vater des Jungen Wulf, den Robin vor den Häschern des Sheriffs geschützt hat. Zunächst wollen diese ihm nur das Kreuz seines Vaters abnehmen, doch Robin gelingt es, sich im Kampf um das ihm heilige Schmuckstück zu behaupten; sie werden vorerst aufgenommen. Dabei muss Robin feststellen, dass die meisten der Gruppe ihn freundlich und fast schon ehrfürchtig behandeln, als er sich als Robin von Locksley vorstellt, das junge Gruppenmitglied Will Scarlet ihm jedoch von Anfang an deutliche Abneigung zeigt.

Um die aktuelle Lage auszukundschaften, besucht Robin am nächsten Tag verkleidet die Kirche. Von Marian erfährt er, dass der Sheriff große Mengen Waffen anfertigen lässt. Kurz darauf gerät er mit dem Sheriff aneinander, kann jedoch mit dessen Pferd fliehen. Im Gegenzug lässt der Sheriff Dörfer verwüsten und erhöht das Kopfgeld auf Robin in der Hoffnung, dass die nun mittellosen Bauern ihn ausliefern, um an das Geld zu kommen. Nach einem Streit versucht Will, Robin mit einem Wurfmesser zu töten, doch dieser wird gewarnt und kann ihm das Messer aus der Hand schießen. Beeindruckt von Robins Charisma und Schießkünsten schließen sich die Heimatlosen und Vogelfreien ihm an. Robin formt aus ihnen eine schlagkräftige Truppe und beginnt, den Sheriff und seine Männer sowie aristokratische Getreue mit raffinierten Überfällen um deren Besitzungen und Reichtümer zu erleichtern, die umgehend an das gebeutelte Volk zurückgehen.

Nach einem Überfall auf einen Trupp, der von Guy von Gisborne eskortiert wird, erlangt die Gruppe nicht nur Blutgelder, mit denen die Feinde des Königs Richard Löwenherz bestochen werden sollten, sondern auch die Freundschaft des Mönchs Bruder Tuck, welcher fortan bei ihnen bleibt. Guy von Gisborne wird zur Strafe für sein Versagen vom Sheriff erstochen. Wenig später lernt auch Marian das Lager kennen, in dem die Männer sich eingerichtet haben, und sie erkennt, dass die Jahre des Kriegs Robin zu einem anderen Menschen gemacht haben. Die beiden kommen sich näher und Robin erzählt ihr, weshalb er sich mit seinem Vater zerstritt: Nach dem Tod von Robins Mutter hatte sein Vater ein Verhältnis mit einer anderen Frau, wodurch Robin das Andenken seiner Mutter beschmutzt sah. Obwohl sein Vater ihm zuliebe die Frau verließ, verzieh er ihm nicht.

Als kurz darauf Azeem per Kaiserschnitt Little Johns Frau Fanny und deren Kind rettet, wird auch er endgültig von jedem akzeptiert.

Beim Abschied von Marian bittet Robin diese, Duncan mitzunehmen und dem König von den Plänen des Sheriffs zu berichten, da er ihr als seiner Cousine glauben wird. Unterdessen rät die Hexe Mortianna dem Sheriff, keltische Krieger aus Schottland anzuwerben und eine Frau von königlichem Geblüt zu heiraten: Marian, die Cousine von König Richard. Dadurch wird seine Übernahme des englischen Throns rechtmäßig legitimiert. Ein gemeinsames Kind würde seine Thronfolge sichern.

Unter dem Vorwand, sie schützen zu wollen, lässt der Sheriff Marian nach Nottingham bringen. Alarmiert durch Kampfgeräusche gelingt es Duncan, mit einem Pferd zu fliehen, wobei er jedoch versehentlich die Feinde direkt ins Lager Hoods führt. Unterstützt von einer Gruppe keltischer Söldner greift wenig später der Sheriff an. Die Gruppe erleidet extreme Verluste, neben Todesopfern (darunter Duncan) auch zahlreiche Gefangene, unter anderem Wulf und Will Scarlet. Robin selbst stürzt an einem brennenden Tau in die Tiefe, wobei er das Amulett seines Vaters verliert, das der Sheriff findet und Marian mit der Nachricht überbringt, dass Robin Hood tot sei. Er teilt mit, die gefangengenommenen Anführer hinrichten zu wollen, will aber als Hochzeitsgeschenk die anderen begnadigen, wenn Marian ihn heiratet. Wissend, dass sie keine Wahl hat, wenn sie keine Unschuldigen dem Tod weihen will, muss Marian der Hochzeit zustimmen.

Doch Robin hat überlebt. Als der Sheriff davon hört, lässt er die Mitanführer foltern und verhören. Zur Empörung seiner Mitgefangenen stimmt Will zu, Robin zu verraten. Als er am nächsten Tag im Lager eintrifft, sind die letzten Überlebenden mit Beerdigungen beschäftigt. Wills Auftauchen löst Misstrauen aus. Fest entschlossen, die Wahrheit aus ihm zu holen, unternehmen die Lagerbewohner den Versuch, ihn zu verprügeln, lassen jedoch beim Anblick eindeutiger Folterspuren von ihm ab, woraufhin er von der bevorstehenden Hinrichtung ihrer Männer sowie der Hochzeit des Sheriffs mit Marian berichtet. Will erklärt schließlich, warum er Robin hasst: Sie sind Halbbrüder; er stammt aus der Beziehung von Robins Vater mit der anderen Frau, doch gab ihr gemeinsamer Vater seinem ersten Sohn den Vorzug. Sie versöhnen sich, und zusammen mit Little John, Fanny, Azeem, Bruder Tuck und Bull gelingt es ihnen, sich bewaffnet in die Burg von Nottingham zu schmuggeln.

Mithilfe von Sprengladungen aus Azeems Schwarzpulver gelingt es ihnen, die Gefangenen zu befreien. Azeem stachelt die Bevölkerung zum Aufstand an, wodurch sie sich gegen ihre Unterdrücker erheben. Der Sheriff ist gezwungen, sich mit Marian in seinen Burgturm zurückzuziehen. Da Robin noch am Leben ist, weiß der Sheriff, dass Marian ihn niemals heiraten würde. Mit der Unterstützung des korrupten Bischofs lässt er Marian in einer abgeriegelten Kapelle gegen ihren Willen mit ihm vermählen. Bevor er sie vergewaltigen kann, gelingt es Robin, in die abgeriegelte Kapelle einzudringen und den Sherrif zum Kampf zu stellen. Robin kann den Sheriff schließlich erdolchen, nachdem ihm Azeem zuvor vor der Hexe Mortianna das Leben gerettet hat. Bruder Tuck tötet derweil den korrupten Bischof, indem er ihn aus dem Fenster stößt.

In der Schlussszene kehrt Richard Löwenherz zurück und gibt Robin und Marian bei deren Eheschließung seinen Segen.

Synchronisation

Die Kinofassung wurde von Rondo Film Werner Peters in Berlin sowie von FFS Film- & Fernseh-Synchron in München vertont, Arne Elsholtz schrieb das Dialogbuch und führte die Dialogregie. Die Langfassung wurde von Blackbird Music in Berlin vertont, Arne Elsholtz sowie Lutz Riedel schrieben das Dialogbuch und Lutz Riedel führte die Dialogregie.

Hintergrund

Die Burgruine Wardour Castle (2013)
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Drehbuch und Casting

Der Drehbuchautor Pen Densham entwickelte 1989 in einem 92-seitigen Treatment die grundlegende Handlung für den Film. Dabei verband er die traditionellen Robin-Hood-Erzählungen mit eigenen Ideen und verlieh der bekannten Geschichte eine neue Ausrichtung. Anschließend arbeitete Densham gemeinsam mit seinem Co-Autor John Watson an der detaillierten Ausarbeitung des Drehbuchs. Zu den zentralen Neuerungen, die Densham und Watson in die Handlung einbrachten, gehörte Robins Teilnahme am Dritten Kreuzzug, die gegen den ausdrücklichen Willen seines Vaters erfolgte sowie die Ermordung seines Vaters durch den Sheriff von Nottingham. Mit ihrer Interpretation entfernten sich Densham und Watson von der traditionellen Darstellung Robin Hoods als unbekümmertem, draufgängerischem Abenteurer. Stattdessen verorteten sie ihn zunächst als wohlhabenden und privilegierten Mann, der durch seine Erfahrungen während der Kreuzzüge nachhaltig verändert wird. Insbesondere seine Gefangenschaft in Jerusalem, die Konfrontation mit Gewalt und Ungerechtigkeit sowie die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher Herkunft prägen seine weitere Entwicklung. Aus dem privilegierten Adligen wird dadurch allmählich ein sozial engagierter Rebell, der sich für die Unterdrückten einsetzt und gegen die Willkür des Sheriffs von Nottingham kämpft.

David Nicksay erwarb im Februar 1990 für seine Filmproduktionsfirma Morgan Creek Productions das Drehbuch in einem Bieterwettstreit für 1,2 Millionen US-Dollar. Kevin Costner, der den Vertrag im Juli 1990 unterschrieb, erhielt US-amerikanischen Berichten zufolge 7,5 Millionen US-Dollar sowie eine prozentuale Beteiligung am Gewinn. Kurz zuvor unterschrieb der Regisseur Kevin Reynolds seinen Vertrag. Seine Vergütung soll unter zwei Millionen US-Dollar gelegen haben. Reynolds hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Costner zusammengearbeitet, unter anderem in Fandango (1985) und als Second Unit bei der Büffeljagdszene in Der mit dem Wolf tanzt (1990), die in die Filmgeschichte einging. Morgan Creek Productions wollte Kevin Costner für die Rolle des Robin Hood, der das Angebot zunächst ablehnte. Die Verantwortlichen suchten daher nach einer Möglichkeit, ihn doch noch für das Projekt zu gewinnen. Dabei machten sie sich Costners langjährige berufliche und persönliche Verbindung zu dem Regisseur Kevin Reynolds zunutze. Also engagierten sie zunächst seinen langjährigen Freund und Kollegen Kevin Reynolds als Regisseur, da sie wussten, dass Costner sich die Gelegenheit, wieder mit Reynolds zusammenzuarbeiten, nicht entgehen lassen würde. Rückblickend erklärte Reynolds: „Ich hatte zwei Filme gedreht, die keinen Cent eingespielt hatten, daher wusste ich irgendwie, dass sie mich wegen meiner Verbindung zu Kevin [Costner] haben wollten.“ Tatsächlich hatte Costner das Drehbuch zunächst abgelehnt, bis er von Reynolds hörte, dass er die Regie übernehmen sollte. Die Aussicht auf eine erneute Zusammenarbeit bewegte ihn schließlich dazu, das Angebot doch anzunehmen.

Zu Beginn seiner Mitarbeit an dem Film machte Kevin Costner deutlich, dass er unter keinen Umständen die für Robin Hood typische grüne Strumpfhose tragen würde, was allerdings seit Errol Flynns Darstellung der Figur in Robin Hood – König der Vagabunden (1938) allgemein mit Robin Hood assoziiert wird. Gleichzeitig legte Costner großen Wert darauf, möglichst viele der im Film gezeigten Stunts selbst auszuführen. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, absolvierte er ein intensives Training mit den Stunttrainern und Stuntkoordinatoren. Auf seinem eigenen Anwesen trainierte Costner den Umgang mit verschiedenen Waffen, die für die Handlung des Films von besonderer Bedeutung waren: Schwertern, Pfeil und Bogen sowie Langstöcken. Auch Reynolds hatte klare Vorstellungen davon, in welche Richtung sich der Film und die Hauptfigur selbst entwickeln sollte. Er wollte ausdrücklich vermeiden, dass der Film zu einem weiteren Abenteuerfilm nach dem Muster der Indiana-Jones-Reihe werde.

Für die Rolle des Königs Richard Löwenherz wurde der britische Komiker John Cleese vorgeschlagen, doch auf Drängen von Costner und Densham hin fiel die Wahl auf Sean Connery, der bereits in Robin und Marian (1976) Robin Hood gespielt hatte. Sie befürchteten, dass der überraschende Auftritt eines bekannten Komikers die ernste Atmosphäre des Abenteuerdramas beeinträchtigen und das Publikum aus der Handlung herausreißen könnte. Da das Projekt bereits das Budget überschritten hatte, erklärte sich Connery bereit, von seiner geforderten Gage von 1 Million US-Dollar abzukehren. Stattdessen einigten sie sich auf eine Spende in Höhe von 250.000 US-Dollar an ein Krankenhaus in seiner schottischen Heimat. Connery war letztlich nur an zwei Drehtagen anwesend.

Schauspielerin Robin Wright, die damals für die Rolle der Lady Marian vorgesehen war, stieg jedoch kurz vor den Dreharbeiten aus, nachdem sie erfahren hatte, dass sie schwanger war – am 13. April 1991 brachte sie ihre Tochter Dylan Penn zur Welt. Mary Elizabeth Mastrantonio, die sich bereits in London befand, um an einer BBC-Produktion von Onkel Wanja mitzuwirken, wurde kurzerhand vier Tage vor Drehbeginn engagiert. Alan Rickman war vom Drehbuch nicht zufrieden und bat seine befreundeten Drehbuchautoren Ruby Wax und Peter Barnes heimlich seinen Text zu überarbeiten und zusätzliche, pointiertere Dialoge zu entwickeln. Reynolds zeigte sich von den vorgeschlagenen Änderungen begeistert und erklärte sich bereit, die neuen Zeilen in das Drehbuch aufzunehmen. Reynolds empfand Denshams ursprüngliche Darstellung des Sheriffs von Nottingham als zu eindimensional, der ihn zu sehr an einen mittelalterlichen Darth Vader erinnerte, weshalb er wochenlang daran arbeitete, der Rolle etwas Witz zu verleihen.

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten begannen am 6. September 1990. Gedreht wurde in England und Frankreich. Die zeitlichen Möglichkeiten von Hauptdarsteller Kevin Costner waren allerdings stark eingeschränkt. Aufgrund seines vollen Terminkalenders und seiner Verpflichtungen für mehrere Hollywoodproduktionen stand ihm nur ein begrenzter Zeitraum für die Dreharbeiten zur Verfügung. Zusätzlich wurde der Produktionsplan durch die bevorstehende kalte Jahreszeit auf den Britischen Inseln unter erheblichen Druck gesetzt. Da gleichzeitig weitere Robin-Hood-Verfilmungen in Vorbereitung waren (siehe unten), wollten die Verantwortlichen den Film möglichst schnell realisieren und eine direkte Konkurrenz auf dem Filmmarkt vermeiden. Reynolds hatte daher nach der Unterzeichnung seines Vertrags nur etwa zehn Wochen Zeit, um die gesamte Vorproduktion vorzubereiten. Für eine ausführliche Planung, umfangreiche Proben oder eine gründliche Überarbeitung des Drehbuchs blieb kaum Spielraum. Viele Entscheidungen mussten deshalb unter großem Zeitdruck getroffen werden. Nach Aussagen von Costner und Reynolds war der Dreh stark vom wechselhaften Wetter abhängig. Regen, Kälte und plötzliche Veränderungen der Wetterlage führten wiederholt zu Verzögerungen und machten die Dreharbeiten bei den Außenaufnahmen besonders schwierig. Bereits am ersten Drehtag kam es zu einer unerwarteten Störung. Das Wetter schlug plötzlich um, wodurch der Flugverkehr vom rund 15 Kilometer entfernten Londoner Flughafen Heathrow umgeleitet wurde. In der Folge flogen die Maschinen in kurzen Abständen direkt über den Drehort in Burnham Beeches hinweg. Die Flugzeuge donnerten beinahe im Minutentakt über das Set und machten dadurch wiederholt Tonaufnahmen und laufende Einstellungen unbrauchbar.

Costner hatte ursprünglich vor, Robin Hood mit einem englischen Akzent zu spielen, um der historischen Figur und dem Schauplatz eine größere sprachliche Glaubwürdigkeit zu verleihen. Reynolds stand diesem Vorhaben jedoch skeptisch gegenüber. Er war der Ansicht, dass ein deutlich ausgeprägter englischer Akzent das Publikum eher ablenken und die Aufmerksamkeit unnötig auf Costners Aussprache lenken könnte. Aus diesem Grund entschied man sich letztlich gegen eine konsequent durchgehaltene sprachliche Gestaltung. In der fertigen Fassung ist Costners Akzent deshalb nicht einheitlich. Costners englischer Akzent kommt in manchen Szenen zum Vorschein und verschwindet in anderen wieder. Die Entertainment Weekly berichtete kurz nach dem Kinostart: „Noch bevor der Film fertig war, gab es peinliche Gerüchte über Costner, dass seine Darstellung zu locker sei und sein Akzent eher nach LA als nach Großbritannien klinge.“

Sowohl Costner als auch Morgan Freeman, der die Rolle des Azeem spielte, verbrachten für die Dreharbeiten mit den Pferden manchmal ganze Tage auf dem Sattel.

Die Kulissen für die mittelalterliche Stadt Nottingham wurden in den Shepperton Studios errichtet. Ebenfalls wurde in den Studios die Burg des Sheriffs errichtet, wobei Steine verwendet wurden, die aus Franco Zeffirellis Inszenierung von Hamlet (1990) übrig geblieben waren. Die Ruine Hulne Priory nördlich von Alnwick, einem im Mittelalter erbauten Kloster, diente als Kulisse für das Anwesen von Lady Marian. Als Burg von Locksley wurde hingegen die Burgruine Wardour Castle in Wiltshire verwendet. In den ersten Szenen war die Burg allerdings noch nicht in ihrem später gezeigten Zustand zu sehen. Mithilfe eines sogenannten Matte Paintings wurde sie bildtechnisch restauriert, sodass sie den Eindruck einer weitgehend intakten mittelalterlichen Festung vermittelte. Die Kirchenszene wurde im Londoner St Bartholomew-the-Great gedreht. Im New-Forest-Nationalpark sowie in den Burnham Beeches, zwischen Maidenhead und Slough, fanden weitere Außenaufnahmen statt. Das Lager der Gesetzlosen wurde in Burnham Beeches gedreht, inklusive dem großen Kampf gegen die keltischen Söldner. Die Kampfszene zwischen Robin und Little John (gespielt von Nick Brimble) fand an den Aysgarth-Wasserfällen in North Yorkshire statt. Ebenfalls in North Yorkshire wurde die Szene gedreht, in der Lady Marian Robin beim Baden beobachtet. Als Schauplatz diente dabei der Wasserfall Hardraw Force. Die französische Stadt Carcassonne, einer 800 Jahre alten, von Mauern umgebenen Stadt, diente als Kulisse für die Außenaufnahmen von Nottingham. Als Robin und Azeem an der englischen Küste landen, ist eine Reihe hoher Kreidefelsen zu sehen. Dabei handelt es sich um die Seven Sisters in East Sussex. Der Sycamore Gap Tree, ein Bergahorn in Nordengland, erlangte durch den Film einige Berühmtheit. Er ist in einer Schlüsselszene zu Beginn zu sehen und auch im Musikvideo des Titelsongs (Everything I Do) I Do It for You. Seitdem wurde er auch „Robin Hood Tree“ genannt. In einem Akt von Vandalismus wurde er im September 2023 gefällt.

Die Dreharbeiten zu dem Film wurden im Januar 1991 abgeschlossen. Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätten die Aufnahmen bereits am 25. Dezember 1990 beendet sein sollen. Die Produktion dauerte ungefähr zwei Wochen länger als ursprünglich vorgesehen.

Zum Filmstab gehörten unter anderem der britische Szenenbildner und Produktionsdesigner John Graysmark, der britische Artdirector Alan Tomkins, der britische Szenenbildner Peter Young sowie der britische Kameramann Douglas Milsome.

Postproduktion und Testvorführung

Während der Postproduktion kam es zu erheblichen Spannungen innerhalb des Filmstabs, die schließlich in einem Zerwürfnis zwischen Regisseur Kevin Reynolds und den Produzenten mündeten – zu ihnen gehörte auch Kevin Costner, obwohl er im Abspann nicht als Produzent aufgeführt wurde. Auslöser für den Konflikt waren vor allem die Ergebnisse einer Testvorführung und die daraus entstehenden Forderungen nach umfangreichen Änderungen am fertigen Film. Im April 1991 wurde der Film in Sacramento einem Testpublikum gezeigt. Die Reaktion der Zuschauer fiel äußerst positiv aus: Der Film erzielte beim Testpublikum eine Zustimmungsrate von 92 Prozent. Dennoch waren die Produzenten mit dem Ergebnis keineswegs zufrieden. Denn bei der anschließenden Befragung sollten die Zuschauer angeben, welche Figur ihnen am besten gefallen hatte. Entgegen den Erwartungen nannten die meisten jedoch nicht den eigentlichen Helden Robin Hood, sondern dessen Gegenspieler: den Sheriff von Nottingham. Für die Produzenten war diese Reaktion problematisch. Costner galt nach seinem großen Erfolg mit Der mit dem Wolf tanzt als wichtigster Publikumsmagnet des Films. Sie befürchteten daher, dass die Darstellung des Sheriffs durch Alan Rickman die Wirkung Costners als Hauptdarsteller in den Hintergrund drängen könnte. Robin Hood sollte daher eindeutig im Mittelpunkt stehen und als zentrale Identifikationsfigur des Films wahrgenommen werden. Deshalb verlangten sie wiederholt weitere, umfangreiche Überarbeitungen, durch die Costners Präsenz verstärkt werden sollte. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass der exzentrische und unterhaltsame Bösewicht für das Publikum interessanter wirkte als der grundsätzlich wohlmeinende Held. Reynolds lehnte diese Forderungen jedoch weitgehend ab. Er war der Meinung, dass der Film bei den Testvorführungen bereits sehr gut angekommen war und deshalb keine grundlegenden Veränderungen benötigte.

Als Reynolds nach London reiste, um Nachvertonungen zu beaufsichtigen, nutzten die Produzenten seine Abwesenheit, um selbst in den Schnitt des Films einzugreifen. Die Verantwortlichen gingen dabei sogar so weit, den ursprünglichen Filmeditor Peter Boyle aus dem Schnittraum auszuschließen und durch eigene Mitarbeiter zu ersetzen. Unter ihrer Aufsicht wurden einige Szenen gekürzt, während andere Sequenzen erweitert oder stärker auf Costners Figur zugeschnitten wurden. Ziel dieser Änderungen war es vor allem, Robin Hood wieder deutlicher als unangefochtene Hauptfigur des Films hervorzuheben. Aufgrund der Regeln der Directors Guild of America waren die Produzenten jedoch vertraglich verpflichtet, Reynolds ihre überarbeitete Fassung vorzuführen. Der Regisseur zeigte sich vom Vorgehen und dem Ergebnis alles andere als begeistert. „Ich fand es an einigen Stellen ziemlich unbeholfen und peinlich“, beschrieb Reynolds die überarbeitete Fassung. Der Konflikt führte schließlich zum Zerwürfnis zwischen Reynolds und den Verantwortlichen. Einige Wochen vor dem Kinostart stieg der Regisseur aus dem Projekt aus. Zu diesem Zeitpunkt war der Film jedoch noch nicht vollständig fertiggestellt. Zwar waren die Dreharbeiten bereits abgeschlossen, doch die Arbeiten an der endgültigen Schnittfassung, der Nachvertonung und weiteren Bereichen der Postproduktion liefen noch. Costner war zu diesem Zeitpunkt bereits mit den Dreharbeiten zu JFK – Tatort Dallas (1991) beschäftigt und konnte oder wollte Reynolds’ Entscheidung nicht mehr beeinflussen. Reynolds nahm anschließend auch nicht mehr an den weiteren Vorführungen des Films teil. Nachdem sich Robin Hood – König der Diebe als großer Kassenerfolg erwiesen hatte, versöhnten sich Reynolds und Costner wieder. Costner konnte Reynolds einige Jahre später sogar als Regisseur für Waterworld (1995) gewinnen. Doch auch bei dieser Produktion kam es erneut zu erheblichen Spannungen zwischen den beiden. Der Streit eskalierte schließlich so weit, dass Reynolds das Set verließ und Costner daraufhin selbst die Regie übernehmen musste.

Konkurrierende Robin-Hood-Filme

Joe Roth, der 1990 als Vorstandsvorsitzender von 20th Century Fox tätig war und zuvor zu den Mitbegründern von Morgan Creek Productions gehört hatte, reagierte verärgert auf den Erwerb des Drehbuchs durch Morgan Creek Productions. Nach seiner Auffassung hätte nicht Morgan Creek Productions, sondern 20th Century Fox den Drehbuch von Pen Densham und John Watson erwerben sollen. Roth sah darin ein Problem, da seine Produktionsfirma zur gleichen Zeit selbst an einer Robin-Hood-Verfilmung arbeitete und dies in Hollywood schon länger bekannt gewesen sei: The Adventures of Robin Hood lautete der Arbeitstitel. Das Drehbuch stammte von Mark Allen Smith, während John McTiernan als Regisseur vorgesehen war. Gleichzeitig war bei TriStar Pictures ein weiterer Robin-Hood-Film in Entwicklung, für den Susan Shilliday das Drehbuch schrieb und bei dem ihr Ehemann, Marshall Herskovitz, gemeinsam mit Edward Zwick die Regie übernehmen sollte. Gegenüber der Los Angeles Times und Daily Variety sagte Roth im Juli 1990, dass beide Produktionsfirmen „ungerecht, wenn nicht sogar unmoralisch“ (Original: „unjustly, if not immorally“) gehandelt haben, da beide Produktionsfirmen von dem bestehenden Projekt bei 20th Century Fox gewusst haben sollen. Zwick und Herskovitz wiesen Roths Anschuldigungen jedoch zurück. Sie erklärten, bereits seit 1985 versucht zu haben, einen Robin-Hood-Film zu realisieren. Die Produktionsfirmen hätten diesem Vorhaben über mehrere Jahre hinweg jedoch nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt und kein ernsthaftes Interesse an einer Umsetzung gezeigt. Auch Shilliday arbeitete bereits seit längerer Zeit an ihrem Drehbuch, sie hatte nach eigenen Angaben schon 1988 mit der Arbeit begonnen.

Es kam zu einem Wettlauf zwischen den drei Produktionsfirmen für ihr Robin-Hood-Film, die alle 1991 in den Kinos kommen sollten: TriStar Pictures kündigte einen Drehbeginn am 3. September 1990 an, während 20th Century Fox den Start für den 22. Oktober 1990 plante. Diese Projekte begannen jedoch im Juli 1990 zu scheitern, als Kevin Costner einen Vertrag bei Morgan Creek Productions unterschrieb, um die Hauptrolle als Robin Hood zu übernehmen. Was Roth noch mehr verärgerte, denn Costner stand auch bei 20th Century Fox auf der Kandidatenliste.

Während TriStar Pictures das Projekt einstellte, setzte 20th Century Fox die Arbeit an seiner Verfilmung fort. Im Laufe der Produktion kam es jedoch zu mehreren personellen und konzeptionellen Veränderungen. Die Regie übernahm nun John Irvin, während Sam Resnick und John McGrath mit der Überarbeitung des Drehbuchs beauftragt wurden. John McTiernan, der ursprünglich als Regisseur vorgesehen gewesen war, blieb dem Projekt zwar verbunden, wechselte jedoch in die Funktion des Executive Producers. Auch der Filmtitel wurde geändert. Aus dem ursprünglich geplanten The Adventures of Robin Hood bekam er den schlichten Titel Robin Hood. Im deutschsprachigen Raum kam der Film unter dem Titel Robin Hood – Ein Leben für Richard Löwenherz in den Umlauf. Ursprünglich sollte der Film weltweit in den Kinos erscheinen. Angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung von Robin Hood – König der Diebe nahm das Studio jedoch Änderungen an der geplanten Auswertungsstrategie vor. In den USA wurde der Film letztlich nicht in den Kinos veröffentlicht. Stattdessen strahlte die Fox Broadcasting Company ihn am 13. Mai 1991 als dreistündigen Fernsehfilm im Rahmen ihres Formats „Fox Night at the Movies“ aus. Außerhalb der USA erhielt die Produktion dagegen einen internationalen Kinostart. Die Veröffentlichung begann im Frühjahr 1991: In Japan lief der Film bereits im April 1991 an, im Vereinigten Königreich folgte der Kinostart im Mai 1991. Ab Juni 1991 wurde er schließlich auch in weiteren Ländern gezeigt. Sie versuchten damit, den eigenen Film möglichst früh auf dem internationalen Markt zu platzieren. Mit diesem Veröffentlichungsplan wollte 20th Century Fox der deutlich aufwendigeren Produktion Robin Hood – König der Diebe zuvorkommen. Der Versuch blieb jedoch ohne den erhofften Erfolg. Robin Hood – Ein Leben für Richard Löwenherz war mit Patrick Bergin, Uma Thurman, Jürgen Prochnow und Jeroen Krabbé besetzt und erhielt teilweise wohlwollende Kritiken. An den Kinokassen konnte sich der Film dennoch nicht gegen das Reynolds-Werk durchsetzen.

Veröffentlichung

Der Film feierte am 14. Juni 1991 in den USA und Kanada seine Weltpremiere. Kinostart in Deutschland war am 5. September 1991. Im März 1992 wurde der Film mit deutscher Tonspur erstmals auf VHS und im November 1999 auf DVD sowie im Mai 2009 auf Blu-ray veröffentlicht. Für die deutschsprachige VHS-Umsetzung war Concorde Video zuständig. Diese Fassung übernahm Warner Home Video 1999 auch für die erste DVD-Veröffentlichung mit Dolby-Surround-Ton. Die deutschsprachige TV-Premiere erfolgte am 17. April 1993 beim deutschen Pay-TV-Sender premiere.

2003 kam der Film noch einmal auf Doppel-DVD und mit Dolby-Digital-5.1-Ton als Langfassung heraus. Bei der rund 12 Minuten längeren Fassung wurden für die Kinoauswertung gestrichene Szenen (vorrangig jene mit Alan Rickman) eingefügt. Die Doppel-DVD wurde zudem mit Bonusmaterialen wie zusätzliche Trailer, Biographien, Interviews, Audiokommentare und ein Making-of ergänzt. Bei den neuen Szenen handelt es sich hauptsächlich um Exposition sowie zusätzliche Handlungsstränge, die das Gesamtwerk verständlicher machen. So wird gezeigt, warum der Sheriff schwarze Magie bevorzugt. Es wird zudem der Komplott der Verschwörer, die den Thron von König Richard rauben wollen, näher beleuchtet. In einer Szene wirft Mortianna dem Schreiber des Sheriffs Untreue vor und schlägt dem Sheriff vor, dem Schreiber die Zunge herauszuschneiden. Eine später hinzugefügte Szene zeigt den nun zungenlosen Schreiber, der gezwungen ist, über eine Tafel zu kommunizieren. Dies führt zu einem Kontinuitätsfehler mit einer späteren Szene, die aus der Kinofassung beibehalten wurde, in der der Schreiber mühelos eine mündliche Wegbeschreibung an Robin und Azeem bei der Rettung von Marian geben kann. Außerdem wird die Beziehung zwischen dem Sheriff und Mortianna weiter vertieft. In einer Szene erklärt Mortianna, dass sie das Baby von Lord Nottingham, also den echten George Nottingham, entführt und getötet hat und ihn durch ihren eigenen kleinen Sohn ersetzt hat, womit sie offenbart, dass sie die leibliche Mutter des Sheriffs ist. Da viele Sprecher der Kinofassung entweder verstorben oder nicht verfügbar waren, musste der ganze Film neu synchronisiert werden. Unter Dialogregie von Lutz Riedel – welcher darüber hinaus Alan Rickman die Stimme lieh – entstand eine umstrittene Neusynchronisation. So sei die Tonqualität geringer und aufgesetzter Humor unterlaufe die Dramatik. Zudem wurden die Dialoge zum PAL-beschleunigten Bild aufgenommen. Auf DVD und im analogen Fernsehen lagen die Stimmen so in der korrekten Tonlage vor und nur Effekte und Musik waren beschleunigt. Auf Blu-Ray, die in originaler Bildfrequenz abgespielt wird, liegen dann Effekte und Musik in originaler Tonhöhe vor, die Stimmen sind aber zu langsam und damit um einen Halbton zu tief und die Sprecher wirken daher schläfrig. Im Dezember 2019 veröffentlichte NSM Records eine Sammleredition, die sowohl die Kinofassung als auch Langfassung enthält. Die Kinofassung enthält dabei die Originalsynchronisation, die Langfassung wiederum die Neusynchronisation. Diese Edition wurde sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray veröffentlicht. Ende September 2026 wird NSM Records erstmals eine deutschsprachige 4K-UHD-Version beider Fassungen ausschließlich auf Blu-ray veröffentlichen.

Obwohl der Film von der FSK eine Altersfreigabe ab 12 Jahren (Deutschland) und von JMK eine Altersfreigabe ab 10 Jahren (Österreich) erhalten hat, wird er für die Ausstrahlung im Fernsehen teilweise gekürzt. Die rausgeschnittenen Szenen sind insbesondere die enthaltenen Gewaltdarstellungen.

Budget und Einspielergebnisse

Nach US-amerikanischer Medienberichten bewegte sich das ursprünglich veranschlagte Budget des Films zwischen 40 Millionen und 60 Millionen US-Dollar. James G. Robinson, der als Executive Producer an dem Film beteiligt war und zugleich als CEO von Morgan Creek Productions fungierte, bezifferte die endgültigen Produktionskosten auf rund 48 Millionen US-Dollar. Allein für die Postproduktion wurden 5 Millionen bis 8 Millionen US-Dollar aufgewendet. Zusätzlich zu den Produktionskosten wurden für Marketing und Werbung mindestens weitere 20 Millionen US-Dollar eingeplant. An der Finanzierung war auch Warner Bros. Pictures beteiligt. Das Studio soll etwa 14,5 Millionen US-Dollar in die Produktion investiert haben. Im Gegenzug vereinbarte Warner Bros. Pictures mit Morgan Creek Productions eine Regelung, wonach „gegenseitige Zustimmung zu allen Marketing- und Werbeentscheidungen“ vereinbart wurden. Die Aufteilung der Rechte wurde zwischen den Unternehmen ebenfalls klar geregelt. Morgan Creek Productions behielt die internationalen Vertriebsrechte und blieb außerdem Eigentümer des Filmnegativs. Warner Bros. Pictures erhielt dagegen die Vertriebsrechte für den US-amerikanischen Markt.

Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 390,5 Millionen US-Dollar ein, davon allein rund 165,5 Millionen US-Dollar in den Vereinigten Staaten und Kanada. Am ersten Wochenende konnte der Film bereits 25,6 Millionen US-Dollar in den nordamerikanischen Kinos einnehmen und war damit der bis dato achterfolgreichste Kinostart der US-Filmgeschichte. Der Film galt als der erste Sommer-Blockbuster des Jahres 1991. In den deutschen Kinos wurden etwa 5 Millionen Tickets verkauft und rund 23,6 Millionen Euro eingenommen. Der Film erhielt in Deutschland dafür als Auszeichnung die Goldene Leinwand 1991. Der Film war nach Terminator 2 – Tag der Abrechnung, der im Juli 1991 erschien, der weltweit erfolgreichste Film des Jahres 1991.

Sonstiges

  • Sowohl im Vor- als auch im Abspann ist der Name des Schauspielers Michael McShane fälschlicherweise als „Micheal McShane“ geschrieben. McShane spielt die Rolle des betrunkenen Bruder Tuck.
  • Zu Beginn sind Ausschnitte des Teppichs von Bayeux zu sehen.
  • Robin Hoods Schuss, der so präzise war, dass er einen anderen Pfeil spaltete, ist eine Hommage an Robin Hood – König der Vagabunden (1938), in dem es ebenfalls eine ähnliche Szene gibt.
  • Als Bruder Tuck in der Schlussszene dem korrupten Bischof dabei hilft, sein Vermögen einzupacken, erwähnt er 30 Silberstücke – die Belohnung, die Judas Iskariot für seinen Verrat an Jesus erhalten hatte.
  • Während der Dreharbeiten bekam Kevin Costner eine Einladung des Londoner Fußballvereins FC Arsenal. Costner fand Gefallen am Fußball und ist seitdem Fan des Vereins.

Rezeption

Kritik

Robin Hood – König der Diebe erhielt ein gemischtes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. Das Filmkritik-Portal Rotten Tomatoes gibt für den Film 52 % positive Rezensionen an, basierend auf 61 Kritiken. Zusammenfassend heißt es dort: „[Robin Hood – König der Diebe] bringt einen wunderbar bösartigen Alan Rickman in diese oft verfilmte Geschichte, doch er wird von großbudgetierter Bombastik und einem verworrenen Drehbuch in den Schatten gestellt.“ Bei Metacritic konnte ein Metascore von 51, basierend auf 25 Kritiken, erzielt werden. Eine von CinemaScore vorgenommene Umfrage unter US-amerikanischen Kinobesuchern kam zu dem Ergebnis, dass die Zuschauer dem Film eine Durchschnittsnote von A vergaben, was der deutschen Schulnote 1 bzw. sehr gut entspricht.

Die Variety und Vincent Canby von der New York Times urteilten im Juni 1991 Kevin Costners schauspielerische Leistung und die insgesamt mangelhafte Produktionsqualität als wesentliche Schwächen des Films. Gelobt wurden die Darstellungen von Alan Rickman, Christian Slater, Morgan Freeman und Mary Elizabeth Mastrantonio. Besonders Alan Rickman wurde für seine Darstellung gelobt. Über ihn hieß es, es sei „immer eine Wohltat, wenn dieser einfallsreiche Schauspieler auf der Leinwand zu sehen ist“. Auch die Produktionsbedingungen, unter denen der Film entstanden war, wurden in den zeitgenössischen Kritiken thematisiert. Die Variety sah in dem fertigen Werk deutliche Spuren der „viel diskutierten, hektischen und unangenehmen Produktionsumstände“. Der Film wirke dadurch „schwerfällig und einfallslos“ und lasse die Schwierigkeiten hinter den Kulissen erkennen. Canby fiel sein Urteil ähnlich negativ aus. Für ihn war der Film „ein Durcheinander, eine große, lange, freudlose Neuinterpretation der Robin-Hood-Legende“.

Roger Ebert äußerte sich in der Chicago Sun-Times vom 14. Juni 1991 ebenfalls überwiegend kritisch über den Film. Zwar hob er die schauspielerischen Leistungen von Morgan Freeman und Alan Rickman ausdrücklich hervor und bezeichnete sie als überzeugend, insgesamt konnte ihn das Werk jedoch nicht überzeugen. Ebert bewertete den Film mit zwei von vier Sternen und kritisierte insbesondere die wenig überzeugende Gestaltung der Titelfigur. Zu den zahlreichen Problemen des Films gehöre seiner Ansicht nach, dass Kevin Costner einen gequälten und nachdenklichen Robin Hood verkörpere, dem jene Lebensfreude fehle, die das Publikum traditionell mit dieser Figur verbinde. Auch die Liebesgeschichte zwischen Robin Hood und Lady Marian wirke nicht glaubhaft. Vielmehr scheine die Romanze „eher aus der Not heraus entstanden zu sein als aus Verlangen, als hätten beide das Buch gelesen und wüssten, dass sie sich verlieben müssten“. Als auffälligste und „farbenfrohste Figur“ bezeichnete Ebert den Sheriff von Nottingham. Zugleich bemängelte er jedoch, dass die bewusst überzeichnete Darstellung nicht zum übrigen Film passten. Zudem sei der „Grad an Blut und Gewalt […] erschreckend hoch für einen Film, der sich vermutlich an ein Familienpublikum richtet.“ Ebert beschrieb den Film als „eine düstere, unkonzentrierte, gewalttätige und deprimierende Version der klassischen Geschichte“. Besonders problematisch erschien ihm, dass der Film beim Publikum falsche Erwartungen wecken könne: „Das Deprimierendste an dem Film ist, dass Kinder ihn sich ansehen werden, in der Erwartung, Spaß zu haben.“

Ein weiterer häufiger Kritikpunkt betraf Kevin Costners englischen Akzent. Zahlreiche Filmkritiker bemängelten, dass dieser entweder kaum vorhanden bzw. nur in wenigen Szenen wahrnehmbar sei. Costner verteidigte sich bereits während der Dreharbeiten in der französischen Filmzeitschrift Premiere gegen diese Vorwürfe. Er erklärte, er habe den englischen Akzent möglichst überzeugend beherrschen wollen, doch sein Sprechtrainer sei von den Produzenten vorzeitig entlassen worden. Dadurch sei es schwieriger geworden. John Watson, der als Co-Produzent und Co-Autor an dem Film beteiligt war, stellte die Angelegenheit allerdings etwas anders dar. Nach seiner Darstellung sei es den Verantwortlichen vor allem darum gegangen, Costner natürlich klingen zu lassen. Ein englischer Akzent wäre seiner Ansicht nach unpassend gewesen: „Es wäre unpassend gewesen, wenn er wie Prinz Charles geklungen hätte. Wir wollten nicht ganz bis zum britischen Königshaus gehen. Aber wir wollten auch nicht, dass er wie ein Kalifornier klingt.“ Die Filmschaffenden hätten demnach versucht, einen Mittelweg zwischen einem englischen Akzent und Costners Mid-Atlantic accent zu finden. Watson zufolge stand Costner während der Dreharbeiten ein Sprechtrainer am Set zur Seite. Darüber hinaus arbeitete ein weiterer Trainer im Synchronstudio in Los Angeles mit ihm, wo die meisten seiner Dialogzeilen – ebenso wie die der übrigen Darsteller – nach Abschluss der Dreharbeiten erneut eingesprochen wurden. Watson betonte außerdem, Costner habe während der Produktion keinen ausdrücklichen Unmut über den Umfang oder die Qualität seines Sprachtrainings geäußert. „Das war kein Thema“, erklärte Watson und zeigte sich deshalb verwundert über Costners spätere Aussagen in der Presse.

Im September 1991 bemängelte Der Spiegel den Film in vielerlei Hinsicht. Dem Film mangele es an guter Regie-Arbeit und das Drehbruch sei „hölzern“ geschrieben. Der Film sei zwar teuer produziert, „protze“ allerdings nur mit Schauwerten. Die Figur Robin Hood sei nicht gut ausgedacht worden, er erinnere an „Hotzenplotz für Greenpeace-Freunde“. Gelobt wurde hingegen Morgan Freeman und seine Rolle, „dessen weiser Charme beinah dem Helden die Schau stiehlt“. Die Prisma-Filmredaktion lobte den Film, denn er besteche „durch Einfallsreichtum, überzeugende Darsteller, atmosphärische Bilder und spektakuläre Fecht- und Schlachtszenen“ und bewertete Robin Hood – König der Diebe mit drei von fünf Sternen. Ähnlich urteilt auch die Redaktion der Filmzeitschrift Cinema, der Film mache „Spaß“ und Kevin Costner sei ein „würdiger Nachfolger“ vergangener Robin-Hood-Darsteller. Der Film erhielt von der Cinema-Redaktion fünf von fünf Sternen.

„Der Aufwand war gewaltig, das Ergebnis gediegen. Prachtvolle Kulissen und Wälder, tolle Stunts und Kampfszenen, durchaus erfrischend-komödiantische Dialoge, äußerst präsente Mitspieler. Abenteuerfilmhandwerk. Hollywood-Routineware. Verkaufbares Konfektionsprodukt. Wer erwartete, die Sehnsucht nach magischer Poesie stillen zu können, war von vornherein Fantast.“

– Oberösterreichische Nachrichten vom 7. September 1991

„Die Abenteuer des englischen Volkshelden im Kampf für die Armen und Entrechteten in einer weiteren Filmversion, die ihre Figuren den Leinwand-Idolen und ihre Action den Fantasy-Errungenschaften der 80er Jahre anpasst. Obwohl in der Handlungsführung nicht origineller als viele Vorgänger, unterhält der Film weitgehend mit Tempo und Ironie.“

„Die Titelrolle spielt Kevin Costner, der sich so lässig und amerikanisch gibt, dass man das Gefühl hat, er kaue den ganzen Film hindurch Kaugummi. Prince of Thieves bemüht sich, einen modernisierten Robin Hood zu liefern, der die Eigenschaften des Action-Helden mit einem gewissen Maß an sozialer Verantwortung verknüpft. Costners demonstrative Entspanntheit, die seine kämpferischen Fähigkeiten jedoch in keiner Weise einschränkt, steht im bewussten Kontrast zu den athletisch-akrobatischen Interpretationen der Rolle durch Fairbanks und Flynn. (…) Obwohl auch dieser Film sich zunächst in die inzwischen fast unausweichlich gewordene Tradition des schmutzig-authentischen Mittelalters zu stellen scheint, mildert er dieses ästhetische Konzept immer wieder ab. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich die Interieurs stets als ein bisschen zu opulent, zu dekorativ oder zu gemütlich oder als ein bisschen zu schauerlich im Stile einer trockeneisdurchwehten Geisterbahn.“

– Andrew James Johnston: Robin Hood. Geschichte einer Legende, 2013.

Auszeichnungen

Der Film war 1992 in der Kategorie Bester Filmsong für einen Oscar nominiert sowie für den Besten Filmsong und die Beste Filmmusik bei den Golden Globes. Im selben Jahr folgte ein Grammy für den besten Filmsong sowie der ASCAP Film- und Fernsehmusikpreis, ebenfalls für den besten Filmsong. Alan Rickman gewann 1992 bei den British Academy Film Awards den Preis in der Kategorie Bester Nebendarsteller.

Kevin Costner gewann die Goldene Himbeere 1992 in der Kategorie Schlechtester Schauspieler, zudem wurde Christian Slater als Schlechtester Nebendarsteller nominiert.

Adaptionen, Spielzeuge und Parodie

Videospiel

Für die Konsolen Nintendo Entertainment System (NES) und Game Boy veröffentlichte Virgin Interactive 1991 eine gleichnamige Videospieladaption, entwickelt von Sculptured Software und Bits Studios und lässt dem Genre des Rollenspiel-Adventures zuordnen. Die Entwickler orientierten sich an die filmischen Vorlage und übertrugen deren zentrale Handlungselemente, Figuren und Motive auf die technischen Möglichkeiten der damaligen Konsolensysteme. Aufgrund der begrenzten Leistungsfähigkeit von NES und Game Boy mussten bestimmte Aspekte der Filmvorlage jedoch vereinfacht oder in reduzierter Form umgesetzt werden. Das Spiel erschien in Deutschland mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von etwa 120 D-Mark für die NES und 70 D-Mark für den Game Boy. Während die Veröffentlichung der NES-Version auf dem deutschen Markt 1992 erfolgte, wurde die Game-Boy-Version ein Jahr später, im Jahr 1993, in Deutschland herausgebracht. Die deutschsprachigen Spieletests bewerteten die Videospieladaption insgesamt gemischt. Positiv hervorgehoben wurde vor allem der Umfang des Spiels. Gleichzeitig gelte das Spiel für Einsteiger anspruchsvoll und wenig zugänglich, da die Spielmechaniken und Aufgaben nicht immer leicht zu bewältigen wären. Das Spiel konnte sein vorhandenes Potenzial nach Ansicht der Tester jedoch nicht vollständig ausschöpfen und blieb daher hinter den Erwartungen zurück, gerade erfahrene Spieler würden sich vom Spiel unterfordert fühlen. Das Spiele habe zu wenige Rollenspiel-Elemente und sei für Spieler, die vor allem ein abwechslungsreiches Adventure erwartet hatten, zu textlastig. Für beide Versionen bzw. Spielmodule fehle eine Speichermöglichkeit und ein Passwort-System, was bei Spielen aus diesem Genre erwartbar gewesen wäre.

Roman

Eine offizielle Romanadaption des Films erschien 1991 und wurde vom britischen Schriftsteller Simon R. Green verfasst. Den Auftrag dafür erhielt Green bereits 1989. Die deutschsprachige Übersetzung von W. M. Riegel wurde im Goldmann Verlag veröffentlicht. Die Romanfassung hält sich am Originaldrehbuch, wodurch das Werk Einblicke in einige Änderungen zulässt, die für den Film verändert, gekürzt oder vollständig entfernt wurden – insbesondere, was in der Kinofassung vorenthalten wurde. Die Romanfassung ist mit den Szenen der Langfassung nahezu identisch. Dennoch lassen sich sowohl im Ablauf einzelner Szenen als auch in den Dialogen und zahlreichen weiteren Details Unterschiede erkennen, die auch in den Audio-Kommentaren angemerkt werden. Ein Beispiel dafür ist Robins Flucht aus Jerusalem. Während dieser Abschnitt im Film nach seiner Befreiung aus dem Gefängniskerker nur vergleichsweise kurz dargestellt wird, nimmt die Flucht im Roman deutlich mehr Raum ein und wird wesentlich ausführlicher geschildert. Auch bei der Ermordung von Robins Vater weicht die Romanfassung von der filmischen Darstellung ab. Im Buch ist die Hexe Mortianna bereits beim Mord gegen Robins Vater anwesend und setzt ihre Schwarze Magie ein, im Film hat sie ihren Auftritt wesentlich später. Im Film reibt sich Robin erst am Ende des Films mit Viehmist ein, um unbemerkt die Festung von Nottingham zu gelangen. In der Romanfassung geschieht das allerdings deutlich früher. Bereits bei seiner ersten Auskundschaftung von Nottingham reibt er sich mit Mist ein, um sich als vermeintlich verarmter Blinder mit Lady Marian unterhalten zu können. Da diese Szene im Film ursprünglich vor Robins Eintritt in die Kirche von Nottingham gezeigt werden sollte, erklärt dies Marians Aufforderung an ihn, „ein Bad zu nehmen“, als er sie zum ersten Mal in Nottingham antraf. Ursprünglich war vorgesehen, die entsprechende Szene im Film bereits vor Robins Eintritt in die Kirche von Nottingham zu zeigen. Da sie im Film jedoch an eine andere Stelle verlegt wurde, wirkt Marians Aufforderung dort zunächst etwas unvermittelt. Auch die Dialoge von Alan Rickmans Figur werden im Roman teilweise anders wiedergegeben, was auch daran lag, das Rickman seine Textzeile kurz vor dem Dreh noch schnell umänderte. Einige Formulierungen unterscheiden sich vom Film, wodurch bestimmte Szenen einen leicht veränderten Ton erhalten. Darüber hinaus wird die Fehde zwischen Robin Hood und Will Scarlet im Buch ausführlicher ausgearbeitet. Die Romanfassung enthält mehrere zusätzliche Sequenzen, die im Film nicht zu sehen sind und die das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Figuren näher beleuchten.

Hörspiel

1991 erschien zudem von Karussell das deutschsprachige Original-Hörspiel zum Film auf Kompaktkassette. Dialogbuch, Dialogregie und Sprechrollen sind der Kinofassung identisch. Erzähler ist Horst Stark. Die Hörspielbearbeitung erfolgte durch Rabbit Studios in Bönningstedt von Thorsten Warnecke.

Spielzeug

Der US-amerikanische Spielzeughersteller Kenner brachte zum Kinostart eine Actionfigurenserie heraus. Die Figuren wurden passend zum gleichnamigen Film mit Kevin Costner vertrieben und zum Teil aus den alten Gussformen der Star-Wars-Figuren aus Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) hergestellt. Bemerkenswert ist, dass die Robin-Hood-Actionfiguren zwar zum Spielen hergestellt, aber dennoch teilweise mit Kleidungsstücken aus realem Stoff ausgestattet wurden.

Parodie

In Robin Hood – Helden in Strumpfhosen (1993) parodiert Mel Brooks neben etlichen anderen bekannten Kinowerken hauptsächlich den Film mit Kevin Costner, darunter den Stockkampf gegen Little John und Teile des finalen Schwertduells.

Rechtsstreit zwischen Kevin Costner und Morgan Creek Productions

Am 24. Juli 2012 reichte der Hauptdarsteller Kevin Costner in Los Angeles gegen Morgan Creek Productions eine Klage ein. Laut der beim Gericht von Los Angeles (Superior Court of Los Angeles County) eingereichten Klage behauptete Costner, er habe in den Jahren 2010 und 2011 keine Gewinnbeteiligung erhalten und die Abrechnungen für die Jahre 2004 bis 2009 seien verspätet eingetroffen worden. In der Klage behauptet Costner, Morgan Creek Productions habe „absichtlich Informationen verschwiegen und ungenaue sowie unzulässige Buchführungspraktiken angewandt, um Herrn Costner seine Beteiligung an den Nachgewinnen vorzuenthalten“. Er warf der Produktionsfirma vor, Gelder umgeleitet zu haben, indem sie ihre internationalien Vertriebsrechte des Films auf eine ausländische Firma übertrug, die dem CEO von Morgan Creek Productions – James G. Robinson – gehörte. Costners Vertrag für den Film soll Morgan Creek Productions angeblich nicht das Recht eingeräumt haben, die Rechte an dem Film vollständig zu verkaufen, ohne zuvor die Übernahme durch Costner oder andere beteiligte Personen und Firmen bestätigen zu lassen. Dennoch soll Morgan Creek Productions im Jahr 2006 die Auslandsvertriebsrechte an 41 seiner Filmtitel, darunter auch Robin Hood – König der Diebe, für 21 Millionen US-Dollar an Robinsons hundertprozentige internationale Tochtergesellschaft Morgan Creek International Limited abgetreten haben, die sich später in Inverness umnannte. Costner beanstandete zudem, dass über die Jahre erzielten Erlöse und Gewinne des Filmrechtepakets auf sämtliche Filme gleichmäßig verteilt wurden – unabhängig davon, wie erfolgreich die einzelnen Filme waren. Der Vertrag des Schauspielers sah angeblich außerdem vor, dass bestimmte Kosten für die Prüfung und den Einzug von Einnahmen höchstens mit einem Prozent der Bruttoeinnahmen in Abzug gebracht werden durften. Laut Klage verstieß Morgan Creek Productions dagegen, indem die Produktionsfirma 2 Millionen US-Dollar abzog, obwohl es keinerlei Belege dafür gab, dass diese Kosten tatsächlich angefallen waren. Außerdem war dieser Betrag mehr als doppelt so hoch wie die Summe, die Warner Bros. Pictures dafür in Rechnung stellte. Zudem erklärte Costner, dass Morgan Creek Productions nicht alle Einnahmen aus den Heimvideo-Auswertungen sowie TV-Ausstrahlungen ausgewiesen und nicht offengelegt habe, sondern stattdessen 10 Prozent des Bruttoertrags von Warner Bros. Pictures angegeben habe, um die tatsächlichen Einnahmen aus den internationalen Vermarktungsrechten zu verschleiern. Die Anwälte des Schauspielers geben an, dass die mutmaßliche betrügerische Verschleierung erst nach einer im Herbst 2011 durchgeführten Prüfung aufgedeckt wurde. Die Klage enthielt außerdem weitere Forderungen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung. Costner stand eine Beteiligung von 12,5 Prozent an den bereinigten Bruttoeinnahmen des Films zu, soweit diese 60 Millionen US-Dollar überstiegen. Sowie eine Beteiligung von 15 Prozent an den bereinigten Bruttoeinnahmen des Films, soweit diese 100 Millionen US-Dollar überstiegen.

Zum Zeitpunkt der Klageerhebung erklärte Robinson, Costner habe für seine Arbeit an dem Film bereits mehr als 40 Millionen US-Dollar erhalten. Robinson bestritt die Vorwürfe und verwies auf korrekte Abrechnungen.

Im Sommer 2014 scheiterte Costner mit seiner Klage wegen „arglistiger Verschleierung“. Ein Erfolg in diesem Punkt hätte ihm Anspruch auf Schadensersatz gegeben. Nach Ansicht des Gerichts habe Costner keinen „über die Verletzung eines vertraglichen Versprechens hinausgehenden Schaden“ nachweisen können. Costner scheiterte außerdem mit seiner Klage wegen „widerrechtlicher Aneignung“. Der am 18. August 2014 angesetzte Prozess sollte der Frage nachgehen, ob die Produktionsfirma eine Vertragsverletzung beging, indem die Produktionsfirma Costner nicht den vollen ihm zustehenden Betrag auszahlte. Am 8. August 2014 teilten beide Parteien dem Richter mit, dass der Rechtsstreit beigelegt worden sei und eine Einigung erzielt wurde. Beide Parteien verpflichteten sich, Stillschweigen über alle vertraglichen Vereinbarungen zu bewahren.

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Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel