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Bezeichnung für den 1492 von Europäern entdeckten amerikanischen Kontinent

Neue Welt

Neue Welt

Die Neue Welt ist eine historische europäische Bezeichnung für den von den Spaniern unter Christoph Kolumbus im Jahr 1492 wiederentdeckten Doppelkontinent Amerika. Die „Neue Welt“ wurde der bis dahin bekannten Alten Welt, bestehend aus Europa, Asien und Afrika, gegenübergestellt.

Hintergrund

Kolumbus glaubte angeblich bis zu seinem Tod im Jahr 1506, dass er bei seiner Fahrt in Richtung Westen auf Inseln und Festland im Fernen Osten gestoßen sei, der damals mit dem Sammelbegriff „Indien“ bezeichnet wurde. Aus diesem Grund nannten die Spanier Amerika bis ins 18. Jahrhundert hinein Las Indias (siehe auch Archivo General de Indias). Auch werden die Ureinwohner Amerikas aus diesem Grund bis heute als Indianer bezeichnet.

Die Überzeugung einiger Geographen und Entdecker, darunter Amerigo Vespucci im Jahre 1500, dass ein neuer Kontinent entdeckt worden sei, bestätigte sich jedoch sehr schnell. In seiner 1503 unter dem Titel Mundus Novus („Neue Welt“) herausgegebenen Reisebeschreibung, die zu einem Verkaufsschlager wurde und das frühe Amerikabild der europäischen Rezipienten nachhaltig prägte, betont Vespucci die Exotik und Neuheit des bisher unbekannten Erdteils. Der zeitgenössische Historiker Francisco López de Gómara, der selbst nie in Amerika war, sieht in seiner Historia general de las Indias den Grund für die Bezeichnung „Neue Welt“ nicht einfach nur in der Tatsache, dass ein neuer Kontinent entdeckt wurde, sondern in der Bedeutung dieser neuen im Verhältnis zur alten Welt:

«Y no tanto le dicen nuevo por ser nuevamente hallado cuanto por ser grandísimo y casi tan grande como el viejo, que contiene a Europa, África y Asia. También se puede llamar nuevo por ser todas sus cosas diferentísimas de las del nuestro»

„Man nennt sie nicht so sehr darum neu, weil sie neu gefunden wurde, sondern eher, weil sie ungeheuer groß ist, fast so groß wie die alte, die Europa, Afrika und Asien umfasst. Man kann sie auch deswegen neu nennen, weil alle Dinge in ihr ganz anders sind als in der unseren.“

– Francisco López de Gómara: Historia general de las Indias

In etwa gleichbedeutend mit dem Terminus Las Indias oder „Neue Welt“ wird der amerikanische Doppelkontinent bis heute auch als „die Amerikas“ (englisch Americas, spanisch Las Américas) und vor allem in den USA als westliche Hemisphäre bezeichnet.

Heutiger Gebrauch

Heute wird der Begriff „Neue Welt“ in allgemeiner Redeweise nicht mehr verwendet und ist nur noch in spezifischen Zusammenhängen gebräuchlich:

Die 9. Sinfonie von Antonín Dvořák trägt den Namen Aus der Neuen Welt, weil sie durch seinen Amerikaaufenthalt inspiriert war.

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Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel