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indischer Ökologe

Madhav Gadgil

Madhav Gadgil

Das Wichtigste

Geburtsdatum24. Mai 1942
Sterbedatum7. Januar 2026
besuchte BildungseinrichtungHarvard University
TätigkeitProfessor, Ökologe, Biologe
GeburtsortPune
SterbeortPune

Madhav Dhananjaya Gadgil (Marathi माधव धनंजय गाडगीळ; * 24. Mai 1942 in Pune; † 7. Januar 2026) war ein indischer Ökologe, Autor, Kolumnist und der Gründer des indischen Centre for Ecological Sciences. Er war Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des indischen Premierministers und Leiter des Western Ghats Ecology Expert Panel (WGEEP) von 2010, allgemein bekannt als Gadgil-Kommission.

Herkunft und Ausbildung

Madhav Gadgil kam 1942 in Pune zur Welt, damals in der Bombay Province von Britisch-Indien gelegen. Seine Eltern waren Pramila und Dhananjay Ramchandra Gadgil. Sein Vater leitete das Gokhale Institute of Politics and Economics und war Verfasser eines bedeutenden nationalen Wirtschaftsprogramms (Gadgil formula). Schon als Schüler der 10. Klasse veröffentlichte Madhav Gadgil eine Serie von zehn Artikeln über Tierverhalten im Wissenschaftsmagazin Srishtidnyan. Er absolvierte dann bis 1963 ein Biologiestudium am Fergusson College der University of Pune und erwarb 1965 einen Masterabschluss in Zoologie an der University of Mumbai.

Gadgil wurde von Giles Mead, dem damaligen Kurator für Fische am Harvard Museum of Comparative Zoology, ermutigt, an die Harvard University zu gehen. Dort hörte er Vorlesungen von Edward O. Wilson, dem herausragenden Wissenschaftler für Ökologie und Evolution der Biologie in Harvard. 1969 promovierte er über mathematische Ökologie und Fischverhalten zum PhD, der Titel seiner Dissertation lautete Life History Strategies: A Theoretical Investigation. Anschließend erhielt er ein Stipendium von IBM, so konnte er seine Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Harvard Computing Center fortsetzen und arbeitete gleichzeitig zwei Jahre lang als Dozent für Biologie an der Universität.

Karriere

1971 kehrte er nach Indien zurück und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Agharkar Research Institute der Maharashtra Association for Cultivation of Science in Pune. 1973 wechselte er ans Indian Institute of Science (IISc) in Bengaluru; 2004 verabschiedete er sich als Vorsitzender des Instituts in den Ruhestand. Während dieser Zeit gründete er am IISc zwei Forschungszentren, das Centre of Theoretical Studies und das Centre for Ecological Studies. Daneben war er als Gastprofessor an der Stanford University (1991) und der University of California, Berkeley (1995) tätig.

Nach seiner Pensionierung vom IISc kehrte er 2004 nach Pune zurück, um seine Zusammenarbeit mit dem Agharkar Research Institute wieder aufzunehmen, und er übernahm zeitweise den Damodar Dharmanand Kosambi-Gastlehrstuhl an der University of Goa.

1986 wurde er zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des indischen Premierministers ernannt, er gehörte dem Gremium bis 1990 an. In dieser Zeit beförderte er die Einrichtung des ersten Biosphärenreservats des Landes in den Nilgiri-Bergen. Von 1998 bis 2002 war er Vorsitzender des Science and Technology Advisory Panel der Global Environment Facility, einer Agentur der Vereinten Nationen. Außerdem war er Mitglied des Ausschusses für Umweltbildung des indischen National Council of Educational Research and Training (NCERT) und Mitglied des National Advisory Council. Er ist Mitglied der National Tiger Conservation Authority und Vorsitzender des Ausschusses, der den Lehrplan für Umweltbildung an Schulen entwirft. Als die indische Regierung 2010 ein Expertengremium zur Beratung der ökologischen Probleme in den Western Ghats (WGEEP) einrichtete, wurde er zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt.

Privatleben

Gadgil war während seiner College-Zeit ein aktiver Sportler und hielt 1959 und 1961 die Hochsprungrekorde des Bundesstaates Maharashtra und der Pune University. Er war mit Sulochana Gadgil verheiratet, einer bekannten Meteorologin und Mathematikerin an der Harvard University, die er während seiner Zeit am Fergusson College kennengelernt hat. Das Paar hat eine Tochter, die Journalistin und Spanischlehrerin ist, und einen Sohn, der Mathematiker ist. Die Familie lebte in seiner Heimatstadt Pune. Seine Lebensgeschichte wurde in einem biografischen Buch mit dem Titel Vidnyanyatri – Dr. Madhav Gadgil festgehalten, das von A. P. Deshpande in Marathi verfasst wurde.

Vermächtnis

Das Biospärenreservat Nilgiris
Das Biospärenreservat Nilgiris
Das Dorf Poombarai in den Westghats.
Das Dorf Poombarai in den Westghats.
2 Bilder

Einer der wichtigsten Beiträge von Gadgil ist sein Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz in Indien. Seine frühen Forschungen in den 1980er Jahren trugen dazu bei, dass die Nilgiri-Berge als erstes Biosphärenreservat Indiens ausgewiesen wurden.

Madhav Gadgil erwarb sich große Verdienste durch die Einführung quantitativer Untersuchungen der Ökologie und des Verhaltens von Tieren in Indien sowie die Einbeziehung des Menschen als wesentlichem Bestandteil von Ökosystemen. Gadgil ist bekannt für seine umfangreichen Forschungen in den Bereichen Populationsbiologie, Naturschutzbiologie, Humanökologie und Ökologische Geschichte. Seine Forschungen wurden in über 250 wissenschaftlichen Artikeln dokumentiert, die in verschiedenen Fachzeitschriften und Magazinen veröffentlicht wurden.

Von 1999 bis 2004 erschien von ihm eine zweiwöchentliche Kolumne über Naturgeschichte in The Hindu. Auch in der in Pune erscheinenden Marathi-Tageszeitung Sakal schrieb er eine monatliche Kolumne.

Er trug als Mitglied des Entwurfsausschusses zur Formulierung des Gesetzes über die biologische Vielfalt 2002 bei und das von ihm erstellte Handbuch für die Volksregister zur biologischen Vielfalt wurde von der Nationalen Behörde für biologische Vielfalt angenommen. Auf lokaler Ebene war er an der Erstellung eines Biodiversitätsinventars beteiligt.

Auszeichnungen (Auswahl)

Madhav Gadgil und Col. Ashwin Baindur bei einem Wikidata-Workshop in Pune (2017)
Madhav Gadgil und Col. Ashwin Baindur bei einem Wikidata-Workshop in Pune (2017)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Madhav Gadgil, Ramachandra Guha: This Fissured Land. Oxford University Press India, 1992, ISBN 978-0-19-807744-2, S. 312 (englisch).
  • Madhav Gadgil, Ramachandra Guha: Ecology and Equity: The Use and Abuse of Nature in Contemporary India. Routeledge, 1995, ISBN 978-0-415-12524-6, S. 223 (englisch).
  • Madhav Gadgil, P. R. Seshagiri Rao: Nurturing Biodiversity: An Indian Agenda. Centre for Environment Education, 1998, ISBN 978-81-86385-13-5, S. 163 (englisch).
  • Madhav Gadgil: Diversity: The cornerstone of life. Vigyan Prasar, 2005, ISBN 81-7480-026-3, S. 64 (englisch).
  • Madhav Gadgil: Ecological Journeys. Orient Blackswan, 2005, ISBN 978-81-7824-112-8, S. 257 (englisch).
  • Madhav Gadgil (2013), Science, democracy and ecology in India. Nehru Memorial Museum & Library ISBN 978-81-87614-76-0

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Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel