factograf
DE

iranische Fluggesellschaft

Iran Aseman Airlines

Iran Aseman Airlines

Das Wichtigste

Datum der Gründung, Entstehung, Erbauung1980
ist ein(e)Fluggesellschaft
StaatIran

Iran Aseman Airlines (englisch; persisch هواپیمایی آسمان, DMG Hawāpīmā-yī Āsemān) ist eine iranische Fluggesellschaft mit Sitz in Teheran und Basis auf dem Flughafen Teheran-Mehrabad. Die Fluggesellschaft ist derzeit auf der EU-Flugsicherheitsliste geführt und somit vom Flugbetrieb in der Europäischen Union ausgeschlossen.

Geschichte

Nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 wurde Iran Aseman Airlines durch den staatlich veranlassten Zusammenschluss von kleineren Gesellschaften etabliert. Der Erste Golfkrieg verhinderte vorerst eine weitere Entwicklung der Gesellschaft, die nur im Inland zu Charterzwecken zum Einsatz kam. Ab 1993 erfolgte eine Neubeschaffung von Flugzeugen wie der Fokker F28, ATR 42 und ATR 72 sowie von vier gebrauchten Boeing 727-200 der Air France. Im Jahr 2002 erhielt die Gesellschaft ihre letzte ATR 72-500.

Aufgrund von Sicherheitsbedenken seitens der EU-Kommission besteht gegen die Fluggesellschaft seit dem 8. Dezember 2016 eine Betriebsuntersagung für den Luftraum der Europäischen Union.

Am 13. Januar 2019 führte Iran Aseman Airlines den weltweit letzten kommerziellen Passagierflug mit einer Boeing 727 durch; Flug EP851 führte dabei von Zahedan nach Teheran.

Flugziele

Iran Aseman Airlines bedient zahlreiche Ziele innerhalb der Islamischen Republik Iran. Darüber hinaus fliegt sie mehrere Städte im Nahen Osten an.

Flotte

Fokker 100 der Iran Aseman Airlines
Fokker 100 der Iran Aseman Airlines
Boeing 727 der Iran Aseman Airlines
Boeing 727 der Iran Aseman Airlines
2 Bilder

Aktuelle Flotte

Mit Stand Oktober 2023 besteht die Flotte der Iran Aseman Airlines aus 14 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 28,7 Jahren:

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze
Airbus A320-200 1 inaktiv
Airbus A340-300 1 inaktiv; ehemalige Maschine der Virgin Atlantic; zweiter je gebauter
und erster je ausgelieferter Airbus A340 (Baujahr 1992)
240
ATR 72-200 1 inaktiv; Baujahr 1993;

fabrikneu erhalten

66
ATR 72-500 2 beide inaktiv; Baujahre 2000 und 2002; jeweils fabrikneu erhalten
Boeing 737-400 4 ehemalige Maschinen von Malaysia Airlines; drei inaktiv 144
Fokker 100 5 drei inaktiv 100
109
Suchoi Superjet SSJ100-95R 20 „russifizierte“ Version mit 50–60 % Komponenten aus russischer Herstellung, anstatt den 70 % von westlichen Zulieferern 98
Gesamt 14 20

Ehemalige Flugzeugtypen

Zuvor betrieb Iran Aseman Airlines auch folgende Flugzeugtypen:

Zwischenfälle

Die am 18. Februar 2018 verunglückte ATR72-200 (Luftfahrzeugkennzeichen EP-ATS)
Die am 18. Februar 2018 verunglückte ATR72-200 (Luftfahrzeugkennzeichen EP-ATS)

Von 1990 bis Januar 2019 kam es bei Iran Aseman Airlines zu 7 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 4 davon kamen 201 Menschen ums Leben. Auszüge:

  • Am 18. Juli 2000 wurde eine Fokker F28-4000 der Iran Aseman Airlines (EP-PAU) bei der Landung in Ahwaz so schwer beschädigt, dass das Flugzeug abgeschrieben werden musste. In dichtem Nebel war die Maschine nach dem ersten Aufsetzen hochgesprungen, hatte neben der Landebahn wieder aufgesetzt und wurde trotzdem durchgestartet und erneut gelandet. Alle 88 Insassen überlebten.
  • Am 3. März 2014 wurde eine auf einem Kalibrierflug im Auftrag der iranischen Luftfahrtbehörde befindliche Dassault Falcon 20E (EP-FIC) der Iran Aseman Airlines vor dem Flughafen Kisch ins Wasser geflogen, nachdem die Piloten einer optischen Sinnestäuschung erlegen waren. Bei dem Unfall kam die gesamte vierköpfige Besatzung der Maschine ums Leben (siehe auch Flugunfall einer Dassault Falcon der Iran Aseman Airlines).
  • Am 18. Februar 2018 kollidierte eine ATR 72-200 (EP-ATS) auf dem Flug von Teheran-Mehrabad nach Yasudsch in Südwestiran etwa eine Stunde und 27 Minuten nach dem Start mit einem Berg. Die Piloten hatten den Sinkflug unter die freigegebene Höhe von 17.000 Fuß und die Mindestsicherheitshöhe von 15.500 Fuß fortgesetzt, bis sie in einer Höhe von 13.120 Fuß in einen Berg flogen. Alle 66 Insassen (60 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder) wurden getötet (siehe auch Iran-Aseman-Airlines-Flug 3704).

Weiterlesen

In 22 Sprachen

Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel