Gracia Arabella Baur (* 18. November 1982 in München-Neuperlach) ist eine deutsche Pop-Rock-Sängerin und Liedtexterin. Sie wurde 2002 durch ihre Teilnahme an der ersten Staffel der Castingshow Deutschland sucht den Superstar bekannt. 2005 vertrat sie Deutschland beim Eurovision Song Contest.
Leben
Ein Jahr vor dem Abitur verließ Baur 2002 das Schiller-Gymnasium in Hof und zog nach München, wo sie eine Berufsausbildung zur Veranstaltungskauffrau begann. 2009 holte sie ihr Abitur nach. Zwischen 2010 und 2013 arbeitete sie in der Schweiz im Personalbereich zweier Unternehmensberatungen. 2018 absolvierte sie eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie ist freiberuflich als Sängerin und Textautorin tätig. Sie lebt in der Nähe von Basel mit David Brandes zusammen.
Musikalischer Werdegang

Baur nahm mit 14 Jahren Gesangsunterricht und stand mit 16 Jahren das erste Mal im Tonstudio. 2001 nahm sie an der zweiten Staffel der Castingshow Popstars teil, bei der sie im Recall scheiterte, weil sie den Text ihres Liedes vergessen hatte. Im Sommer des Jahres gründete sie mit dem Gitarristen Werner Thieroff das Duo Sunbow. Sie traten in verschiedenen Cafés auf. Bekannt wurde Baur durch ihre Teilnahme an der ersten Staffel der Castingshow Deutschland sucht den Superstar im Jahr 2002. Dort belegte sie den fünften Platz.
Auftritte bei Deutschland sucht den Superstar
| Mottoshow | Lied | Original-Interpret | Anrufer in Prozent |
|---|---|---|---|
| Mein Superstar | She Works Hard for the Money | Donna Summer | 1,9 % (Platz 9/10) |
| Lovesongs | There You’ll Be | Faith Hill | 5,5 % (Platz 6/9) |
| Hits 2002 | What If | Kate Winslet | 8,5 % (Platz 6/7) |
| Musical | Memory aus Cats | Elaine Paige | 25,2 % (Platz 1/7) |
| Hits der 80er | Black Velvet | Alannah Myles | 13,5 % (Platz 3/6) |
| Big Band | The Lady Is a Tramp | Ella Fitzgerald | 12,0 % (Platz 5/5) |
2003: Karrierebeginn mit dem Album Intoxicated
Nach dem Ausscheiden aus der Castingshow erhielt Baur einen Plattenvertrag bei der BMG und veröffentlichte im Oktober 2003 das Album Intoxicated, aus dem zwei Singles ausgekoppelt wurden. I Don’t Think So!, die erste Auskopplung, erreichte Platz drei der deutschen Charts und die zweite Single I Believe in Miracles erreichte Platz zwölf. Das Album belegte Platz zehn der deutschen Charts und verkaufte sich mehr als 50.000 Mal. Baur sang außerdem das Lied Götter der Ewigkeit, im Original von Tina Turner, zum Soundtrack des Disney-Films Bärenbrüder. Wegen zu schlechter Verkaufszahlen kündigte BMG 2004 den Plattenvertrag. Baur unterschrieb einen Plattenvertrag bei Bros Music. Im November 2004 veröffentlichte sie dort als Mitglied von 4 United im Rahmen eines Wohltätigkeitsprojektes für Ärzte ohne Grenzen mit Daniel Küblböck, Nektarios und Stephanie Brauckmeyer die Single Don’t Close Your Eyes. Diese kam auf Platz 18 der deutschen Singlecharts. In Österreich stieg die Single auf Position 50 ein und hielt sich insgesamt sechs Wochen in den Charts.
2005: Teilnahme beim Eurovision Song Contest
Anfang 2005 hatte Baur im Musikvideo I Know von Vanilla Ninja einen Gastauftritt. Ende Januar 2005 erschien die Single Run & Hide. Der Song stieg auf Platz 20 in der ersten Woche nach Erscheinen in den deutschen Singlecharts ein. Aufgrund des Erfolges bekam sie die Möglichkeit, an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2005 teilzunehmen. Sie gewann den Wettbewerb im Stechen gegen das Duo Nicole Süßmilch und Marco Matias mit 52,8 Prozent der Stimmen, die per SMS und Televoting abgegeben wurden. Im Mai 2005 trat Baur beim Finale des Eurovision Song Contests auf. Sie belegte mit vier Punkten den letzten Platz unter den 24 Beiträgen. Lediglich Monaco und Moldawien vergaben jeweils zwei Punkte für den deutschen Beitrag.
Im Herbst 2005 erschien zunächst die Single When the Last Tear’s Been Dried, die Platz 32 der deutschen Charts belegt, gefolgt von der Single Never Been, der auf Platz 39 kam. Ihr Album Passion folgte im November 2005, verfehlte jedoch den Einstieg in die deutschen Albumcharts.
Ab 2006: Weitere musikalische Aktivitäten
Nach einer neunmonatigen Pause machte Baur im Dezember 2006 einen Neuanfang mit Marvin Broadie, dem ehemaligen Frontmann der Soultans im Projekt Xantoo. Mit dem Song Cos I Believe stiegen sie auf Platz 39 in den deutschen Singlecharts ein. Im Dezember 2009 erschien die Single Christmas Is Calling. Sie trat in mehreren TV-Shows auf, so war sie im März 2010 in der Sendung Das perfekte Promi-Dinner zu sehen, bei dem sie gewann. Sie plante für Frühjahr 2010 die Veröffentlichung eines neuen Albums; als erste Singleauskopplung war das Lied Crash Tumble Breakdown geplant. Beides wurde verworfen. Baur gab später in einem Interview mit Promiflash.de an, sich bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen zu haben.
Im Dezember 2014 veröffentlichte sie nach rund fünfjähriger Pause den offiziellen Song der Vierschanzentournee 2014/15 Magic Moments. Im November 2024 wurde das Lied Christmas Is Calling nach 15 Jahren erneut veröffentlicht. Dabei wurde der erste Refrain und die letzte Strophe gekürzt und Handclap hinzu gemischt.
2026: Comeback mit Chapter 7
Im Februar 2026 startete Baur zusammen mit David Brandes das Projekt Chapter 7. Das Album Tränenmeer stieg auf Platz 4 der deutschen Albumcharts ein.
Skandal um Chartmanipulationen
Im April 2005 erhärtete sich zunächst der Verdacht auf Chartmanipulation durch ihren Produzenten, der angeblich ein weitverbreitetes Netz an CD-Aufkäufern beschäftigte. Durch die massiven Aufkäufe sollte eine künstlich gute Chartplatzierung erreicht werden. Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und das Marktforschungsunternehmen Media Control entschieden sich aus diesem Grund, ihre Single Run & Hide und weitere CDs verschiedener Künstler für mindestens drei Wochen von den Charts auszuschließen.
Brandes räumte im April 2005 in der Johannes-B.-Kerner-Show ein, er habe in den ersten drei Wochen nach Erscheinen der CD Run & Hide 2000 Exemplare kaufen lassen. Brandes beruft sich darauf, dass dies gang und gäbe in der Branche sei und er seiner Künstlerin einen Wettbewerbsnachteil verschaffen würde, wenn er es nicht getan hätte. Baur selbst bestreitet die Vorwürfe, von den Käufen gewusst zu haben. Unmittelbar nach dieser Sendung entschied sich Media Control, die Titel von Brandes für weitere drei Monate aus den Charts zu verbannen.
Obwohl die Qualifikation zum Eurovision Song Contest rechtlich von den Chartmanipulationen unberührt blieb, forderten weite Teile der deutschen Musikbranche Baurs Rücktritt vom ESC. Sie lehnte dies jedoch ab und setzte auch – im Gegensatz zu Vanilla Ninja – die Zusammenarbeit mit Brandes fort.
Diskografie
Studioalben
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| DE | AT | CH | |||
| 2003 | Intoxicated Hansa Records (BMG) |
DE10 (5 Wo.)DE |
— | CH67 (3 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 2003
Verkäufe: + 50.000 |
| 2005 | Passion Bros Music (SPV) |
— | — | — |
Erstveröffentlichung: 25. November 2005
|
Filmografie
- 2003: Gute Zeiten, schlechte Zeiten
- 2004: St. Angela
- 2004: Let’s Talk About Sex … and the City!
- 2007: ProSieben Fight Night
- 2008: DSDS – Das große Wiedersehen
- 2009: Das perfekte Promi-Dinner
- 2009: Mrs. Hankey’s Christmas Special
- 2010: Der große deutsche Führerschein-Test
- 2020: DSDS – Das große Wiedersehen
- 2025: Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser, ARD