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deutscher Rechtsanwalt, Oberpräsident der Provinz Hannover und Landgerichtspräsident in Verden

Eberhard Hagemann

Das Wichtigste

Geburtsdatum29. Januar 1880
Sterbedatum7. Oktober 1958
TätigkeitRichter, Jurist, Rechtsanwalt
GeburtsortVerden (Aller)
SterbeortRotenburg
öffentliches Amt oder StellungAbgeordneter

Eberhard Hagemann (* 29. Januar 1880 in Verden; † 7. Oktober 1958 in Rotenburg/Wümme) war ein deutscher Jurist, Politiker (DHP) und evangelischer Kirchenfunktionär. Er war von 1931 bis 1933 Landeshauptmann des Provinzialverbands Hannover und nach Ende des Zweiten Weltkriegs von Mai bis September 1945 kommissarischer Oberpräsident der Provinz Hannover. Von 1945 bis 1948 war Hagemann Präsident des Landgerichts Verden und anschließend bis 1952 Präsident des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Wirken

Hagemann war von 1908 bis 1931 als Rechtsanwalt in Verden tätig. Als Vertreter der Deutsch-Hannoverschen Partei (DHP) aus dem Regierungsbezirk Stade gehörte er von 1921 bis 1931 dem Provinziallandtag der Provinz Hannover an und war von 1930 bis 1931 dessen Vorsitzender. Um 1928 war er zudem Kreisobmann des DHP-Kreisverbands Verden. Danach übernahm Hagemann von 1931 bis 1933 das Amt des Landeshauptmannes und war so leitender Beamter des Provinzialverbands Hannover, der höheren kommunalen Selbstverwaltungsbehörde.

In der NS-Zeit arbeitete Hagemann von 1933 bis 1945 wieder als Rechtsanwalt. Daneben war er in der Bekennenden Kirche aktiv: von 1934 bis 1936 gehörte er als weltliches Mitglied dem Bruderrat der Bekenntnisgemeinschaft (Landesbruderrat) in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. 1936 und 1937 übernahm er als Anwalt das Mandat des antisemitisch verfolgten Göttinger evangelischen Pastors Bruno Benfey.

Nach Kriegsende setzte die britische Besatzungsmacht Hagemann am 11. Mai 1945 als kommissarischen Oberpräsidenten der Provinz Hannover ein. Die Briten suchten ihn auf Empfehlung kirchlicher Kreise, insbesondere des evangelischen Landesbischofs August Marahrens, als vorläufigen Leiter der deutschen Zivilverwaltung in der Region aus. Schon bald erschien der „alte Reaktionär“ der Political Division der britischen Militärregierung aber als missliebig. Am 17. September 1945 wurde er durch den SPD-Politiker Hinrich Wilhelm Kopf abgelöst, der später auch erster Ministerpräsident des Landes Niedersachsen wurde. Zudem war Hagemann 1945 Präsident des niedersächsischen Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes. Von 1945 bis 1948 war er Landgerichtspräsident in Verden. Von 1948 bis 1952 war er Präsident des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Als evangelischer Laienvertreter wurde Hagemann bald nach Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 1945 in den EKD-Rat gewählt, dem er bis 1949 angehörte. Zudem war er 1946 stellvertretender Vorsitzender des Disziplinarhofs der EKD (westlicher Senat). In den Jahren 1946 und 1947 war er Vorsitzender des Außerordentlichen Kirchengerichtes (AOKG) der Hannoverschen Landeskirche. Der verfassungsgebenden Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands in Eisenach vom 6. bis 8. Juli 1948 leitete Hagemann als Präsident. Hagemann nahm 1949 auch an der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands in Leipzig teil. Von 1949 bis 1955 war er Vorsitzender des Vorläufigen Schiedsgerichtshofs der EKD.

Am 15. Februar 1950 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen verliehen. Seitdem führte er den Titel Dr. jur. h. c.

Privatleben

Hagemann heiratete 1908 Sophie Klein, die Tochter des Göttinger Mathematikers Felix Klein. Das Paar hatte vier Töchter und einen Sohn.

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Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel