Christine Arron (* 13. September 1973 in Les Abymes, Guadeloupe) ist eine ehemalige französische Leichtathletin, die im 100- und 200-Meter-Lauf mehrere Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gewann. 1998 wurde sie mit Europarekord Europameisterin über 100 Meter und 2003 mit der 4-mal-100-Meter-Staffel Weltmeisterin.
Leben

1992 wurde die Sprinterin bei den Juniorenweltmeisterschaften in Seoul entdeckt und nach Frankreich geholt. Dort wurde sie zuerst von Fernand Urtebise und später von Jacques Piasenta trainiert, der Durchbruch gelang ihr jedoch erst 1997. Bei den Weltmeisterschaften in Athen wurde sie Vierte über 100 Meter und mit der französischen 4-mal-100-Meter-Staffel gewann sie Bronze. Bei den Europameisterschaften 1998 in Budapest siegte sie in der Europarekordzeit von 10,73 s über 100 Meter. Außerdem gewann sie Gold mit der Staffel. Daraufhin wurde Arron zu Europas Leichtathletin des Jahres gewählt.
Danach feierte sie vor allem in der Staffel Erfolge. 1999 bei den Weltmeisterschaften in Sevilla gewann sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel die Silbermedaille und bei den Olympischen Spielen in Sydney wurde die Staffel Vierte. Nach einem kurzen Gastspiel 2001 in den Vereinigten Staaten bei Trainer John Smith wurde sie 2002 Mutter eines Sohnes und hatte 2003 ihr Comeback unter ihrem neuen Trainer Guy Ontanon. Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris wurde sie Staffelweltmeisterin, und bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann sie die Mannschaftsbronzemedaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel zusammen mit ihren Teamkolleginnen Véronique Mang, Muriel Hurtis und Sylviane Félix.
Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki galt sie als Favoritin im Endlauf, da sie bis zum Finale in den Qualifikationsrunden jeweils die schnellste Zeit lief. Allerdings konnte sie sich im Finale nicht mehr entscheidend steigern, erreichte eine Zeit von 10,98 s und musste sich mit der Bronzemedaille begnügen, hinter der Siegerin Lauryn Williams (USA) und der Zweiten Veronica Campbell (JAM). Auch das 200-Meter-Finale brachte ihr nicht die ersehnte Goldmedaille. Sie gewann ihre zweite Bronzemedaille. Weltmeisterin wurde Allyson Felix (USA).
Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka wurde Arron Sechste über 100 Meter. 2010 gewann Arron bei den Europameisterschaften mit der französischen Staffel die Silbermedaille, im Einzelrennen kam sie auf Platz acht. Bei den Europameisterschaften 2012 kam sie mit der Staffel noch einmal auf Rang fünf. Am Ende der Saison erklärte sie ihren Rücktritt.
In einem Interview vor den Weltmeisterschaften 2005 mit der Süddeutschen Zeitung bejahte sie die Frage, ob sie die „wahre Weltrekordlerin“ sei. Mit den Worten „Ja, wenn man die Mädchen anschaut, die vor mir sind – ja, das kann man so sagen, offen gestanden“ warf sie den beiden schnellsten Frauen über 100 Meter Florence Griffith-Joyner und Marion Jones indirekt Doping vor. Anfang 2008, nachdem Marion Jones enttarnt worden war, wiederholte sie sinngemäß diese Aussagen in einem Interview mit L’Équipe.
Christine Arron hatte bei einer Größe von 1,77 m ein Wettkampfgewicht von 64 kg. Im März 2008, kurz nach den Unruhen in Tibet, gehörte sie zu den Erstunterzeichnern eines Appells von französischen Sportlern an die chinesische Regierung, die Menschenrechte zu beachten. Seit 2010 ist sie mit dem französischen Dreispringer Benjamin Compaoré liiert. 2013 bekam sie ihr zweites Kind, eine Tochter.
Persönliche Bestzeiten
- 100 m: 10,73 s, 19. August 1998 in Budapest
- 60 m (Halle): 7,06 s, 26. Februar 2006 in Aubière
- 200 m: 22,26 s, 3. Juli 1999 in Saint-Denis
- 200 m (Halle): 22,69 s, 26. Februar 2005 in Liévin
Fußnoten
1983: DDR Möller, Koch, Auerswald, Göhr
1987: USA Brown, Williams, Griffith, Marshall
1991: JAM Duhaney, Cuthbert, McDonald, Ottey, Frazer*
1993: RUS Bogoslowskaja, Maltschugina, Woronowa, Priwalowa, Trandenkowa*
1995: USA Mondie-Milner, Guidry, Gaines, Torrence, Hill*
1997: USA Gaines, Jones, Miller, Devers
1999: BAH Fynes, Sturrup, Davis-Thompson, Ferguson, Clarke*
2001: GER Paschke, G. Rockmeier, B. Rockmeier, Wagner
2003: FRA Girard, Hurtis, Félix, Arron
2005: USA Daigle, Lee, Barber, Williams
2007: USA Williams, Felix, Barber, Edwards, Jeter*, Lewis*
2009: JAM Facey, Fraser, Bailey, Stewart
2011: USA Knight, Felix, Myers, Jeter, Solomon*, Anderson*
2013: JAM Russell, Stewart, Calvert, Fraser-Pryce, Brooks*
2015: JAM Campbell-Brown, Morrison, Thompson, Fraser-Pryce, Simpson*, Stewart*
2017: USA Brown, Felix, Akinosun, Bowie, Washington*
2019: JAM Whyte, Fraser-Pryce, Smith, Jackson, Morrison*
2022: USA Jefferson, Steiner, Prandini, Terry, Hobbs*
2023: USA Davis, Terry, Thomas, Richardson, Clark*, Jefferson*
2025: USA Jefferson-Wooden, Terry, White, Richardson, Sears*
1938: Stanisława Walasiewicz | 1946: Jewgenija Setschenowa | 1950: Fanny Blankers-Koen | 1954: Irina Turowa | 1958: Heather Young | 1962: Dorothy Hyman | 1966: Ewa Kłobukowska | 1969: Petra Vogt | 1971: Renate Stecher | 1974: Irena Szewińska | 1978: Marlies Göhr | 1982: Marlies Göhr | 1986: Marlies Göhr | 1990: Katrin Krabbe | 1994: Irina Priwalowa | 1998: Christine Arron | 2002: Ekaterini Thanou | 2006: Kim Gevaert | 2010: Verena Sailer | 2012: Iwet Lalowa | 2014: Dafne Schippers | 2016: Dafne Schippers | 2018: Dina Asher-Smith | 2022: Gina Lückenkemper | 2024: Dina Asher-Smith | 2026: Amy Hunt
1938: DEU Kohl, Krauß, Albus, Kühnel
1946: NED Koudijs, Timmer, Adema, Blankers-Koen
1950: GBR Hay, Desforges, Hall, Foulds
1954: SUN Krepkina, Ulitkina, Itkina, Turowa
1958: SUN Krepkina, Kepp, Poljakowa, Maslowskaja
1962: POL Ciepły, Piątkowska, Sobotta, Szyroka
1966: POL Bednarek, Straszyńska, Kirszenstein, Kłobukowska
1969: DDR Höfer, Meißner, Podeswa, Vogt
1971: FRG Schittenhelm, Helten, Richter, Mickler
1974: DDR Maletzki, Stecher, Heinich, Eckert
1978: SUN Anissimowa, Maslakowa, Kondratjewa, Storoschkowa
1982: DDR Walther, Wöckel, Günther, Göhr
1986: DDR Gladisch, Günther, Auerswald, Göhr
1990: DDR Möller, Krabbe, Behrendt, Günther
1994: GER Paschke, Zipp, Knoll, Lichtenhagen
1998: FRA Benth, Bangué, Félix, Arron
2002: FRA Combe, Hurtis, Félix, Sidibé
2006: RUS Guschtschina, Russakowa, Chabarowa, Grigorjewa, Kondratjewa*, Kruglowa*
2010: UKR Powch, Pohrebnjak, Rjemjen, Bryshina, Tschebanu*
2012: GER Günther, Cibis, Pinto, Sailer
2014: GBR Philip, Nelson, Williams, Henry, Onuora*
2016: NED Samuel, Schippers, van Schagen, Sedney, van Hunenstijn*
2018: GBR Philip, Lansiquot, Williams, Asher-Smith, Neita*
2022: GER Burghardt, Mayer, Lückenkemper, Haase, Wessolly*
2024: GBR Asher-Smith, Henry, Hunt, Neita, Philip*
2026: GBR Asher-Smith, Hunt, Eduan, Lansiquot, Awuah*
