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französische Gemeinde

Andlau

Andlau

Das Wichtigste

Einwohnerzahl1.757
Fläche23,69km²
ist ein(e)Gemeinde in Frankreich
StaatFrankreich
Höhe über dem Meeresspiegel205m
liegt in der VerwaltungseinheitUnterelsaß

Andlau ist eine französische Gemeinde mit 1.757 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sélestat-Erstein und zum Kanton Obernai.

Geografie

Andlau liegt am Fuß der Vogesen, am westlichen Rand der Oberrheinebene, etwa 14 Kilometer nördlich von Sélestat und 28 Kilometer südwestlich von Straßburg. Das zu neun Zehnteln bewaldete Gemeindegebiet reicht weit nach Westen in die Vogesen hinein. Durch den Ort fließt die Andlau, ein Nebenfluss der Ill.

Nachbargemeinden von Andlau sind Barr und Mittelbergheim im Nordosten, Eichhoffen im Osten, Bernardvillé im Süden, Reichsfeld und Albé im Südwesten sowie Le Hohwald im Westen.

Geschichte

Die Abtei Andlau wurde 880 von der Kaiserin Richardis gegründet. Sie war von ihrem Gatten Kaiser Karl III. verstoßen worden und wurde später heiliggesprochen. Ihr Grab in Andlau wurde zur Wallfahrtsstätte. Der Legende zufolge wurde ihr der geeignete Platz dafür von einer wilden Bärin gezeigt. In der als einem der ältesten Teile der Kirche erhaltenen, zweiräumigen Krypta aus dem Jahre 1045, gegen Osten um 1080 vergrößert, steht eine Bärenskulptur. Die Krypta ist einer der ältesten Wallfahrtsorte zur Jungfrau Maria im Elsass. Hierher kamen Rheumatismus-Geplagte und Fußkranke, um Heilung zu erhalten. Um das Kloster herum entwickelte sich der Ort. Für die weitere Ortsgeschichte war das Adelsgeschlecht Andlau von Bedeutung. Dessen Wappen wurde in umgekehrter Farbstellung zum Gemeindewappen. 1287 wurde das Benediktinerinnenstift reichsunmittelbar und 1499 in ein Damenstift umgewandelt, bevor es in der Französischen Revolution im Jahre 1791 aufgelöst wurde.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Andlau als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Schlettstadt im Bezirk Unterelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2012 2015
Einwohner 1789 1529 1584 1919 1744 1632 1654 1838 1799 1751

Wappen

Wappenbeschreibung: In Rot ein durchgehendes goldenes Kreuz.

Sehenswürdigkeiten

Fassade der ehemaligen Abteikirche
Fassade der ehemaligen Abteikirche
Vorhalle mit romanischem Portalfries und Tympanon
Vorhalle mit romanischem Portalfries und Tympanon
Skulptur an der Außenseite der Kirche
Skulptur an der Außenseite der Kirche
Ostseite
Ostseite
Blick zum Chorraum
Blick zum Chorraum
Chorraum mit Hauptaltar
Chorraum mit Hauptaltar
Kanzel
Kanzel
Krypta mit Skulptur der Bärin
Krypta mit Skulptur der Bärin
Blick in die Rue du Général Koenig, links das Haus der Familie des Generals Joseph Louis Marie Andlauer
Blick in die Rue du Général Koenig, links das Haus der Familie des Generals Joseph Louis Marie Andlauer
Haus in der Rue du Maréchal Foch
Haus in der Rue du Maréchal Foch
Eckhaus Rue des Serruriers/Rue du Maréchal Foch
Eckhaus Rue des Serruriers/Rue du Maréchal Foch
Blick in die Rue du Général Koenig
Blick in die Rue du Général Koenig
12 Bilder
  • Die ehemalige Abteikirche Ste. Richardis (BILDER IN WM-COMMONS), heute St-Pierre-et St-Paul, des von der heiligen Richardis gegründeten Klosters aus dem 11./12. Jahrhundert wurde Ende des 17. Jahrhunderts umgestaltet. Die romanische Krypta wurde um 1045 errichtet und 1080 erweitert. 1130 erhielt die Kirche die Form einer kreuzförmigen Basilika und einen rechteckigen Chor. Hiervon erhalten ist jedoch nur der Westbau mit sehenswerten Skulpturen und Reliefs am Obergeschoss, zum Teil später zur heutigen Form zusammengefügt. 1160–1161 wurden die durch einen Brand zerstörten Ostteile der Kirche erneuert. In den Jahren 1698 bis 1704 wurde das Langhaus als Emporenbasilika in Annäherung an romanische Formen erbaut, anschließend nachgotisch der Westbau mit dem Turm.
Besonders sehenswert sind eine Glasscheibe aus der Zeit um 1210 mit dem gekrönten Christus und zwölf Propheten und andere Ausstattungsstücke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.
  • Im Ort findet der Besucher viele reizvolle Häuser, u. a. ein Renaissancegebäude von 1623.
  • Brunnen der Hl. Richardis mit dem Bären an ihrer Seite auf dem Marktplatz.
  • Auf der Gemarkung der Gemeinde befinden sich die Ruinen der Burgen Hohandlau (Château du Haut-Andlau) und Spesburg, die beide im 13. Jahrhundert erbaut wurden.

Wirtschaft

Der Ort lebt überwiegend vom Weinanbau und Weinhandel (siehe auch Weinbaugebiet Elsass). Er liegt an der Elsässer Weinstraße. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die drei Alsace-Grand-Cru-Lagen Kastelberg, Moenchberg und Wiebelsberg.

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

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Text aus der Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Quellartikel