Taekwondo (koreanisch 태권도, auch Tae-Kwon-Do oder Taekwon-Do, kurz TKD) ist eine koreanische Kampfkunst, die auch als Kampfsport ausgeübt wird. Kennzeichnend sind insbesondere schnelle und vielfältige Fußtechniken. Die drei Silben des Namens stehen für Fußtechnik (tae), Fausttechnik (kwon) und Weg (do).
Das moderne Taekwondo entwickelte sich im 20. Jahrhundert aus mehreren koreanischen Kampfkunstschulen. Zu seinen international verbreiteten Richtungen gehören das durch das Kukkiwon geprägte Kukki-Taekwondo und das auf Choi Hong-hi zurückgehende Chang-Hon-Taekwon-Do. Sie unterscheiden sich unter anderem in den Formenprogrammen, technischen Ausführungen und Wettkampfregeln. Der von World Taekwondo organisierte Zweikampf gehört seit 2000 zum olympischen Programm; Para-Taekwondo wurde bei den Paralympischen Spielen in Tokio erstmals ausgetragen.
Begriff
Das Wort Taekwondo setzt sich aus den drei sinokoreanischen Silben tae, kwon und do zusammen und kann sinngemäß als „Weg der Fuß- und Fausttechnik“ übersetzt werden.
| Allgemein | RR | MR | Hangeul | Hanja | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| Tae | Tae | Tae | 태 | 跆 | bedeutet wörtlich „trampeln“, „auf etwas treten“, kontextabhängig hier für „Fußtechniken“ |
| Kwon | Gwon | Kwon | 권 | 拳 | bedeutet wörtlich „Faust“, kontextabhängig hier für „Hand- und Armtechniken“ |
| Do | Do | Do | 도 | 道 | bedeutet wörtlich „Weg“, „Pfad“ – sinngemäß ist „Weg“ als Methode oder Zielstreben zu verstehen, kontextabhängig hier für „Lehre“, „Schule“ – einer „Denkrichtung“ |
Die Schreibweise Taekwon-Do ist insbesondere in den auf Choi Hong-hi zurückgehenden ITF-Organisationen gebräuchlich. Kukkiwon und World Taekwondo verwenden die zusammengeschriebene Form Taekwondo. Die Revidierte Romanisierung gibt den koreanischen Namen als Taegwondo, die McCune-Reischauer-Umschrift als T’aekwŏndo wieder.
Geschichte

Ursprünge und frühe Schulen
Die Entstehung des modernen Taekwondo wird in der Forschung unterschiedlich eingeordnet. In Korea bestanden ältere Kampftraditionen wie Subak und Taekgyeon. Während einige Autoren Kontinuitäten zu diesen Traditionen hervorheben, betonen andere die Entstehung aus dem von den frühen koreanischen Lehrern erlernten japanischen Karate und die spätere Entwicklung einer eigenständigen koreanischen Kampfkunst.
Die modernen Schulen entstanden in den letzten Jahren der japanischen Kolonialherrschaft und nach der Unabhängigkeit Koreas 1945. Viele ihrer Gründer hatten in Japan oder der Mandschurei Kampfkünste erlernt. Die Schulen wurden als Kwan bezeichnet; anfangs waren für die unterrichteten Systeme unter anderem die Namen Dangsudo und Gongsudo gebräuchlich. Zu den fünf frühen Schulen gehörten:
- Chung Do Kwan, gegründet von Lee Won-Guk, einem Schüler Gichin Funakoshis;
- Moo Duk Kwan, gegründet von Hwang Ki, dessen Richtung sich auch unter dem Namen Tang Soo Do beziehungsweise Soo Bahk Do verbreitete;
- die von Chun Sang-Sup geleitete Kampfkunstabteilung des Yun Moo Kwan, aus der später der Jidokwan hervorging;
- der Chang Moo Kwan, der auf Yoon Byung-in und dessen Unterricht im Seouler YMCA zurückgeht;
- der Song Moo Kwan von Ro Byung-Jik, der ebenfalls bei Funakoshi gelernt hatte.
Weitere Schulen gingen aus diesen frühen Kwan hervor. Unterricht und Graduierungen waren zunächst nicht vereinheitlicht.
Die Bezeichnungen Dangsudo („Weg der Tang-Hand“) und Gongsudo („Weg der leeren Hand“) sind koreanische Lesungen der beiden historischen Schreibweisen von Karate-dō. Daneben war Gwonbeop („Faustmethode“) gebräuchlich. Diese unterschiedlichen Namen spiegelten die verschiedenen Lehrtraditionen wider, bevor sich eine gemeinsame Bezeichnung durchsetzte.
Namensgebung und Verbandsbildung
Bereits während des Koreakriegs (1950–1953) unternahmen Vertreter mehrerer Kwan in Busan einen Vereinigungsversuch mit der Korea Kong Soo Do Association. Ein Streitpunkt war die Zuständigkeit für Prüfungen und die Anerkennung der Dan-Grade. Der Zusammenschluss blieb nicht dauerhaft bestehen; Hwang Ki und Son Duk-sung verließen ihn frühzeitig.
Eine besondere Rolle bei der Verbreitung spielte die südkoreanische Armee. General Choi Hong-hi und Nam Tae-hi bauten mit dem Oh Do Kwan eine militärisch geprägte Schule auf, deren Ausbilder vielfach aus dem Chung Do Kwan kamen. Die Bevorzugung der Chung-Do-Kwan-Graduierungen im Militär führte zu Konflikten mit anderen Schulen. Ab 1962 wurden auch Ausbilder nach Vietnam entsandt.
Choi schlug 1955 den Namen Taekwondo vor. Dieser setzte sich nicht unmittelbar bei allen Schulen durch. Auf frühe Vereinigungsversuche folgte 1961 die Gründung der Korea Taesoodo Association. Der Name Taesoodo war ein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Bezeichnungen der Schulen. 1965 wurde der Verband unter Choi in Korea Taekwondo Association (KTA) umbenannt.
Am 22. März 1966 gründete Choi in Seoul die International Taekwon-Do Federation (ITF). Sie verbreitete sein später als Chang-Hon-System bezeichnetes Taekwon-Do international. In Südkorea entwickelte die KTA dagegen eigene Formenprogramme und gemeinsame Prüfungs- und Wettkampfregeln. Die verschiedenen organisatorischen Entwicklungen bildeten die Grundlage für die bis heute bestehenden Stilrichtungen.
Die organisatorische Vereinheitlichung ging mit der Entwicklung eigener Formen einher. Während ältere Lehrbücher noch aus dem Karate übernommene Kata zeigten, stellte das 1972 von Lee Chong-woo veröffentlichte KTA-Lehrbuch Taekwondo kyobon die neu geschaffenen Palgwae- und Taegeuk-Pumsae vor. Damit wurde die Abgrenzung von den japanischen Lehrprogrammen auch im Formenunterricht sichtbar.
Kukkiwon, WTF und internationale Verbreitung
1971 übernahm Kim Un-yong die Leitung der KTA. Der südkoreanische Staat förderte Taekwondo als nationale Kampfkunst. 1972 wurde in Seoul das Kukkiwon eröffnet, das zu einem Zentrum für Ausbildung, technische Entwicklung und Graduierung wurde. 1973 fand dort die erste Taekwondo-Weltmeisterschaft statt. Am 28. Mai desselben Jahres wurde die World Taekwondo Federation (WTF), heute World Taekwondo (WT), gegründet. Kim leitete sowohl das Kukkiwon als auch die WTF.
Choi verlegte den Sitz seiner ITF 1972 nach Toronto und entwickelte sein Lehrsystem unabhängig von diesen südkoreanischen Institutionen weiter. Hwang Kis Moo Duk Kwan blieb ebenfalls eigenständig. In Südkorea wurden die beteiligten Kwan dagegen zunehmend organisatorisch zusammengeführt. Das Kukkiwon bezeichnet deren Zusammenschluss 1978 als einen wichtigen Schritt der Vereinheitlichung.
Olympische Anerkennung und weitere Entwicklung
1980 erkannte das Internationale Olympische Komitee die WTF an. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona war Taekwondo Demonstrationssport. Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney ist der WT-Zweikampf eine olympische Medaillendisziplin.
Die ITF verbreitete sich auch in Nordkorea. Choi Hong-hi starb am 15. Juni 2002 in Pjöngjang. Aus Konflikten um seine Nachfolge gingen mehrere voneinander unabhängige ITF-Organisationen hervor. Die WTF änderte ihren Namen 2017 in World Taekwondo. Para-Taekwondo kam bei den Spielen von Tokio zum paralympischen Programm hinzu.
Stilrichtungen und Organisationen
Die Stilrichtungen des Taekwondo sind von den Organisationen zu unterscheiden, die Lehrprogramme, Graduierungen oder Wettkämpfe betreuen. Insbesondere bilden Kukkiwon und World Taekwondo keine gemeinsame Organisation. Auch die Bezeichnung International Taekwon-Do Federation (ITF) wird von mehreren voneinander unabhängigen Verbänden verwendet.
Kukkiwon und World Taekwondo
Das 1972 eröffnete Kukkiwon in Seoul ist ein Zentrum für die technische Entwicklung, Ausbildung und Graduierung im Kukki-Taekwondo. Es führt insbesondere internationale Dan- und Poom-Graduierungen durch. World Taekwondo (WT) organisiert dagegen den internationalen Wettkampfsport und legt dessen Regeln fest. Die 1973 gegründete Organisation trug bis 2017 den Namen World Taekwondo Federation (WTF).
Zum 50-jährigen Bestehen stellte das Kukkiwon 2022 eine neu bearbeitete fünfbändige Lehrbuchreihe vor. Sie behandelt Grundlagen und Verständnis des Taekwondo, Grundtechniken, Pumsae, Gyeorugi sowie Bruchtests und Demonstrationstechniken. Im selben Jahr erschien eine koreanisch-englische Darstellung der fünfzigjährigen Geschichte der Institution.
Chang-Hon-Taekwon-Do und ITF-Organisationen
Das Chang-Hon-System geht auf Choi Hong-hi zurück. Die von ihm 1966 gegründete International Taekwon-Do Federation verbreitete dieses Taekwon-Do international. Aus den Auseinandersetzungen um seine Nachfolge gingen mehrere Organisationen mit dem Namen ITF hervor. Sie berufen sich auf dasselbe technische Erbe, unterhalten jedoch eigene Verbandsstrukturen und Regelwerke.
Zu ihnen gehören die ITF unter Präsident Paul Weiler mit der Website itftkd.sport, die ITF mit Sitz in Wien und der Website itf-tkd.org sowie die Organisation um Choi Jung Hwa, die unter itf-administration.com auftritt. Aus der Bezeichnung ITF lässt sich daher nicht auf ein einheitliches heutiges Wettkampfregelwerk schließen.
Weitere Organisationen und Schulen
Die Global Taekwon-Do Federation (GTF) wurde 1990 von Park Jung Tae gegründet, nachdem er die ITF verlassen hatte. Park war zuvor deren Generalsekretär und Vorsitzender des Ausbildungsausschusses. Die GTF verwendet Chang-Hon-Formen und zusätzliche verbandseigene Formen.
Die American Taekwondo Association (ATA) wurde 1969 von Haeng Ung Lee in den USA gegründet. Aus ihrer zunächst am Chang-Hon-System orientierten Ausbildung entwickelte Lee das eigene Songahm-Programm, dessen Formen die Techniken der jeweiligen Graduierung schrittweise vermitteln. Zur Organisation mit Sitz in Little Rock gehören nach eigenen Angaben mehr als 950 selbstständig betriebene lizenzierte Schulen weltweit (Stand: Oktober 2026).
Taekwondo International entstand 1993 unter Mitwirkung der 1983 gegründeten Tae Kwon-Do Association of Great Britain (TAGB). Das internationale Bündnis steht nach eigener Darstellung verschiedenen Taekwondo-Stilen offen und organisiert gemeinsame Lehrgänge und Wettkämpfe, ohne den Mitgliedsorganisationen ihre nationale Verbandsführung vorzugeben.
Das in den USA entwickelte Jhoon-Rhee-System verbindet Taekwondo-Techniken mit einem auf den Freikampf ausgerichteten Unterricht und eigenen, teilweise musikalischen Formen. Zu Rhees Schülern gehörte Jeff Smith; Rhees Safe-T-Schutzausrüstung wurde auch im frühen amerikanischen Vollkontaktkarate und Kickboxen verwendet. Daneben bestehen weitere unabhängige Schulen, darunter die des traditionellen Taekwondo nach Kwon Jae-hwa.
Techniken und Trainingsinhalte

Zu den Trainingsinhalten gehören Grundtechniken, Formen, Partnerübungen, Freikampf, Selbstverteidigung und Bruchtests. Die Gewichtung und technische Ausführung unterscheiden sich nach Stilrichtung, Verband und Schule. Konditions-, Beweglichkeits- und Koordinationstraining ergänzen die technische Ausbildung.
Grundtechniken und Partnerübungen
In der Grundschule (Gibon) werden Stellungen, Schritte sowie Hand-, Fuß- und Abwehrtechniken geübt. Bei festgelegten Partnerübungen sind Angriff und Abwehr ganz oder teilweise vorgegeben. Dazu gehören Ein-, Zwei- und Dreischrittkampf, in verschiedenen Richtungen unter anderem als Hanbon Gyeorugi, Ilbo Matsogi, Ibo Matsogi und Sambo Matsogi bezeichnet. Der freie Übungskampf wird je nach System als Gyeorugi, Matsogi oder Daeryeon bezeichnet.
Formenlauf
Formen sind festgelegte Bewegungsfolgen aus Angriffs- und Abwehrtechniken. Die Bezeichnungen Pumsae, Tul und Hyeong gehören zu unterschiedlichen Lehrtraditionen. Im Kukki-Taekwondo umfasst das reguläre Programm acht Taegeuk- und neun Yudanja-Pumsae, das Chang-Hon-System 24 Tul. Vorbereitende Übungen wie Saju Jirugi und Saju Makgi zählen nicht zu diesen 24 Tul.
Die Tabelle stellt die Programme spaltenweise gegenüber; Formen in derselben Zeile entsprechen nicht notwendigerweise demselben Kup- oder Dan-Grad. Prüfungsanforderungen und die Umschrift der Namen können sich nach Verband und Schule unterscheiden. Ältere Formen und weitere Wettkampfentwicklungen sind gesondert aufgeführt.
| Formenprogramme im Vergleich | ||||
|---|---|---|---|---|
| Chang-Hon / ITF | GTF | Kukkiwon / WT | ATA / Songahm | Jhoon-Rhee-System |
| Vorbereitende Übungen (schulabhängig; nicht Teil der nachstehenden regulären Formenserien) | ||||
| Saju Jirugi, Saju Makgi | Saju Jirugi, Saju Makgi | Kibon- beziehungsweise Kicho-Grundformen | – | Kamsah |
| Schülerformen (9) | Schülerformen einschließlich GTF-Ergänzungen (11) | Taegeuk (8) | Schülerformen (9) | Schülerformen (8) |
| Chon-Ji | Taegeuk Il Jang | Songahm 1 | Jayoo | |
| Dan-Gun | Taegeuk I Jang | Songahm 2 | Chosang | |
| Do-San | Taegeuk Sam Jang | Songahm 3 | Hanguk | |
| Jee-Sang | Taegeuk Sa Jang | Songahm 4 | Jung-Yi | |
| Won-Hyo | Taegeuk O Jang | Songahm 5 | Pyung-Wa | |
| Yul-Gok | Taegeuk Yuk Jang | In Wha 1 | Meegook | |
| Dhan-Goon | Taegeuk Chil Jang | In Wha 2 | Chashin | |
| Joong-Gun | Taegeuk Pal Jang | Choong Jung 1 | Might for Right | |
| Toi-Gye | Choong Jung 2 | |||
| Hwa-Rang | ||||
| Choong-Moo | ||||
| Formen der Dan-Stufe (15) | Formen der Dan-Stufe einschließlich GTF-Ergänzungen (19) | Yudanja (9) | Formen der Dan-Stufe (9) | Formen der Dan-Stufe |
| Kwang-Gae | Koryo | Shim Jun | Traditionelle Chang-Hon-Formen von Chon-Ji bis Gae-Baek; außerdem musikalische Formen wie Marriage of East and West und The Beauty of Mexico | |
| Po-Eun | Keumgang | Jung Yul | ||
| Gae-Baek | Taebaek | Chung San | ||
| Jee-Goo | Pyongwon | Sok Bong | ||
| Eui-Am | Sipjin | Chung Hae | ||
| Choong-Jang | Jitae | Jhang Soo | ||
| Juche / Ko-Dang | Ko-Dang | Cheonkwon | Chul Joon | |
| Jook-Am | Hansu | Jeong Seung | ||
| Sam-Il | Ilyeo | Dong Seung | ||
| Yoo-Sin | ||||
| Choi-Yong | ||||
| Pyong-Hwa | ||||
| Yon-Gae | ||||
| Ul-Ji | ||||
| Moon-Moo | ||||
| Sun-Duk | ||||
| So-San | ||||
| Se-Jong | ||||
| Tong-Il | ||||
| Ältere Formen und Varianten | ||||
| Ko-Dang wird je nach Organisation anstelle von Juche verwendet. | Ko-Dang statt Juche | Palgwae Il Jang Palgwae I Jang Palgwae Sam Jang Palgwae Sa Jang Palgwae O Jang Palgwae Yuk Jang Palgwae Chil Jang Palgwae Pal Jang |
– | – |
| U-Nam, dokumentiert in Choi Hong-his Lehrbuch von 1959 | – | Ältere Fassung von Koryo (Original Koryo) | – | – |
| Weitere Entwicklungen für Demonstration und Wettkampf (gesondert vom regulären Graduierungsprogramm) | ||||
| – | – | Hanryu und Bikkak (auch Bigak), 2007 entwickelte Formen | – | – |
| – | – | 2016 vorgestellte neue Pumsae: Himchari, Yamang, Saebyeol, Nareusya, Bigak, Eoullim, Saeara, Hansol, Narae und Onnuri. Die Entwicklung verband Elemente aus Formenlauf, Zweikampf und Demonstration. | – | – |
| – | – | Bigak Il Jang, Bigak I Jang und Bigak Sam Jang (2017-Fassungen) | – | – |
Selbstverteidigung, Bruchtest und Demonstration
Hosinsul bezeichnet Selbstverteidigungstechniken, darunter Befreiungen aus Griffen sowie Abwehr- und Gegenangriffe. Beim Gyeokpa werden Bretter oder andere vorgesehene Materialien mit Hand- oder Fußtechniken zerbrochen. Demonstrationsprogramme verbinden häufig Formen, Partnertechniken, Bruchtests sowie Sprung- und Drehtechniken. Bruchtests können Ausbildungs- und Prüfungsinhalt sowie eine Wettkampfdisziplin sein.
Wettkampfsport
Im Taekwondo werden insbesondere Zweikampf- und Formenwettbewerbe ausgetragen. Hinzu kommen je nach Verband Bruchtest-, Spezialtechnik- und Demonstrationswettbewerbe. Die Regelwerke unterscheiden sich in den erlaubten Techniken, der Kontaktintensität, der Schutzausrüstung und der Punktevergabe.
World Taekwondo
Der Zweikampf nach den Regeln von World Taekwondo wird als Vollkontaktsport in Gewichts- und Altersklassen ausgetragen. Erlaubt sind Fausttechniken zum Rumpf und Fußtechniken zum Rumpf und Kopf; Faustschläge zum Kopf sind nicht zulässig. Bei internationalen Wettbewerben kommen elektronische Schutz- und Wertungssysteme (Protector and Scoring System, PSS) zum Einsatz. Kampfrichter ergänzen die elektronische Wertung; für bestimmte Entscheidungen ist eine Videoüberprüfung vorgesehen.
Das Regelwerk vom Juni 2026 sieht folgende Trefferwertungen vor:
| Technik und Trefferfläche | Punkte |
|---|---|
| Fausttechnik zum Rumpf | 1 |
| Fußtechnik zum Rumpf | 2 |
| Fußtechnik zum Kopf | 3 |
| Fußtechnik zum Rumpf mit gewerteter Drehung | 4 |
| Fußtechnik zum Kopf mit gewerteter Drehung | 6 |
Regelverstöße können zusätzlich Strafpunkte für den Gegner nach sich ziehen. Die Erhöhung der Wertung für Drehtritte zum Kopf von fünf auf sechs Punkte gehörte zu den Regeländerungen von 2026.
Nach Demonstrationswettbewerben 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona wurde Taekwondo bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney zur olympischen Medaillensportart. Die olympischen Wettbewerbe umfassen jeweils vier Gewichtsklassen für Männer und Frauen.
Bei Formenwettbewerben werden vorgegebene Pumsae (Recognized Poomsae) und freie Zusammenstellungen mit Musik (Freestyle Poomsae) unterschieden. Sie werden unter anderem im Einzel, als Paar und im Team ausgetragen.
ITF-Wettkampfsysteme
Die verschiedenen ITF-Organisationen besitzen eigene Wettkampfregeln. Gemeinsam ist den hier beschriebenen regulären Freikampfwettbewerben, dass kontrollierte Hand- und Fußtechniken sowohl zum Rumpf als auch zum Kopf gewertet werden. Daraus folgt jedoch kein einheitliches ITF-Punktesystem.
Die ITF unter Paul Weiler unterscheidet in ihrem Regelwerk 2026 die Disziplinen Formen, Freikampf, Kraftbruchtest, Spezialbruchtest und vorarrangierten Freikampf. Im regulären Freikampf ist kontrollierter Leichtkontakt vorgeschrieben. Handtechniken zu mittlerer oder hoher Angriffsstufe erhalten einen Punkt, Fußtechniken zur mittleren Stufe zwei und zur hohen Stufe drei Punkte. Übermäßiger Kontakt wird geahndet.
Die ITF mit Sitz in Wien verwendet im Regelwerk vom März 2026 eine differenziertere Wertung von einem bis zu fünf Punkten, die unter anderem Angriffshöhe, Sprung und Drehung berücksichtigt. Dasselbe Regelwerk enthält mit Power Taekwon-Do zudem ein gesondertes Vollkontaktformat. Dessen Regeln sind von denen des regulären ITF-Freikampfs zu unterscheiden.
Internationale Wettbewerbe
Im WT-Zweikampf gehören die Olympischen Spiele, die Weltmeisterschaften und die Kontinentalmeisterschaften zu den internationalen Titelwettbewerben. Daneben bestehen Turnierserien wie der World Taekwondo Grand Prix mit seinem Finale, die Grand Slam Champions Series sowie offene internationale Turniere, darunter die German Open. Für Nachwuchssportler werden eigene Weltmeisterschaften veranstaltet, unter anderem für Kadetten, Junioren und die Altersklasse unter 21 Jahren. Formenwettbewerbe besitzen mit den World Taekwondo Poomsae Championships eine eigene Weltmeisterschaft.
Taekwondo wird außerdem bei internationalen Multisportveranstaltungen ausgetragen, etwa den World University Games. Bei ranglistenrelevanten WT-Turnieren beeinflussen die Turnierkategorie und die erreichte Platzierung die vergebenen Punkte. Ranglisten dienen damit nicht nur dem Leistungsvergleich, sondern auch der Qualifikation für bestimmte Wettbewerbe, insbesondere die Olympischen Spiele.
Die ITF-Organisationen veranstalten davon getrennte internationale Meisterschaften. Bei der ITF unter Paul Weiler sind insbesondere die World Championships für Nationalmannschaften und der als offener Wettbewerb ausgetragene World Cup zu unterscheiden. Hinzu kommen Kontinentalmeisterschaften und anerkannte offene Turniere; das Programm umfasst neben Freikampf auch Formen und weitere ITF-Disziplinen.
Qualifikation für die Olympischen Spiele
Für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles bestehen im WT-Zweikampf drei Hauptwege zur Qualifikation: die olympische WT-Rangliste, die Grand Slam Champions Series und kontinentale Qualifikationsturniere. Ein Weltmeistertitel ist dafür nicht erforderlich und garantiert auch keinen olympischen Startplatz. Ergebnisse bei WT-Weltmeisterschaften der Erwachsenen bringen jedoch Punkte für die Rangliste.
Über die olympische Rangliste erhalten die fünf bestplatzierten qualifikationsberechtigten Sportler jeder Gewichtsklasse im Januar 2028 einen Quotenplatz für ihr Land. Die Grand Slam Champions Series vergibt je Gewichtsklasse einen weiteren Platz über ihre eigene Rangliste. Beim europäischen Qualifikationsturnier genügt der Einzug ins Finale; beide Finalisten sichern ihrem Land einen Platz. Dieses Turnier ist von der Europameisterschaft zu unterscheiden. Die nationalen Verbände wählen die Teilnehmer aus, wobei bereits gewonnene Quoten die Startmöglichkeiten begrenzen.
Ein Quotenplatz gehört dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK), nicht automatisch dem Sportler, der ihn erkämpft hat. Wer tatsächlich antritt, entscheidet das NOK im Rahmen der nationalen Auswahl. Zusätzlich gelten persönliche Teilnahmevoraussetzungen: Für 2028 müssen die Sportler unter anderem spätestens am 31. Dezember 2011 geboren sein, ein Kukkiwon-Dan-Zertifikat und eine WT-Athletenlizenz besitzen sowie die sportlichen Anforderungen ihres Qualifikationswegs erfüllen.
Para-Taekwondo
Para-Taekwondo umfasst angepasste Wettkampfformen für Menschen mit Behinderungen. Unterschieden werden der Zweikampf (Para-Kyorugi) und der Formenlauf (Para-Poomsae, auch Para-Pumsae). Ein sportartspezifisches Klassifizierungsverfahren teilt die Teilnehmer nach den Auswirkungen ihrer Beeinträchtigung ein; diese Sportklassen sind von Gewichts- und Altersklassen zu unterscheiden.
Im Para-Kyorugi werden Fußtechniken zum Rumpf gewertet; Angriffe zum Kopf sind verboten. Bei Para-Pumsae führen die Sportler festgelegte Bewegungsfolgen ohne direkten Gegnerkontakt vor. Bewertet werden technische Genauigkeit und Präsentation unter Berücksichtigung der Sportklasse.
Die ersten Para-Taekwondo-Weltmeisterschaften fanden 2009 in Baku statt. Seit den Sommer-Paralympics 2020 in Tokio gehört Para-Kyorugi zum paralympischen Programm. In Paris 2024 gab es zehn Medaillenentscheidungen in der Sportklasse K44, jeweils fünf Gewichtsklassen für Männer und Frauen. Para-Pumsae war nicht Teil dieses Programms.
Gehörlosen-Taekwondo
Taekwondo gehört seit 2009 zum Programm der Deaflympics, der eigenständigen internationalen Spiele für gehörlose Sportler. Die Wettbewerbe werden vom International Committee of Sports for the Deaf (ICSD) nach WT-Regeln mit ergänzenden Bestimmungen organisiert. Das Programm in Tokio 2025 umfasste Zweikampf und Formenlauf. Lichtsignale vermittelten Anweisungen, die sonst akustisch gegeben werden. Die Deaflympics sind nicht Teil der Paralympischen Spiele.
Militärsport
Der Conseil International du Sport Militaire (CISM) ist eine 1948 gegründete internationale Militärsportorganisation mit Sitz in Brüssel. Er veranstaltet Wettbewerbe für Angehörige der Streitkräfte in zahlreichen Sportarten. Dazu gehören die Taekwondo-Militärweltmeisterschaften. Taekwondo wird auch im Rahmen der Military World Games ausgetragen. Grundlage sind die WT-Wettkampfregeln mit ergänzenden CISM-Bestimmungen, unter anderem zur Teilnahmeberechtigung und Meldung durch die nationalen Militärsportdelegationen.
Die 28. Militärweltmeisterschaft im Taekwondo wurde im Juni 2025 in Warendorf ausgetragen. Sie war Teil der ersten CISM World Military Martial Arts Championship, die Taekwondo, Judo und Ringen in einer gemeinsamen Veranstaltung zusammenführte. Am Taekwondo-Turnier nahmen 96 Sportler aus 20 Nationen teil.
Graduierung
Die Graduierung kennzeichnet den Ausbildungsstand. Die Schülergrade werden als Kup bezeichnet und absteigend vom 10. bis zum 1. Kup gezählt. Darauf folgen aufsteigende Dan-Grade. Im Kukki-Taekwondo gibt es außerdem Poom-Grade für jüngere Sportler. Voraussetzungen, Prüfungsinhalte und Altersgrenzen legt die jeweilige Organisation fest.
Eine weltweit einheitliche Zuordnung der Gürtelfarben zu den Schülergraden besteht nicht; sie kann sich nach Land, Verband und Schule unterscheiden. Die Tabelle zeigt beispielhaft die Grundzuordnung der Deutschen Taekwondo Union (DTU) und der ITF unter Paul Weiler.
| Grad | Gürtelfarbe | Darstellung |
|---|---|---|
| 10. Kup | Weiß | |
| 9. Kup | Weiß mit gelbem Streifen | |
| 8. Kup | Gelb | |
| 7. Kup | Gelb mit grünem Streifen | |
| 6. Kup | Grün | |
| 5. Kup | Grün mit blauem Streifen | |
| 4. Kup | Blau | |
| 3. Kup | Blau mit rotem Streifen | |
| 2. Kup | Rot | |
| 1. Kup | Rot mit schwarzem Streifen |
Die DTU-Prüfungsordnung lässt für den 3. bis 1. Kup außerdem Braun als Alternative zu Rot zu.
Bei der DTU tragen Inhaber des 1. bis 3. Poom unter 15 Jahren einen rot-schwarzen Gürtel; ab 15 Jahren sieht die Prüfungsordnung Dan-Grade mit schwarzem Gürtel vor. Sie bezeichnet den 1. bis 3. Dan als Leistungsgrade und den 4. bis 9. Dan als Lehrergrade. Die ITF-By-Laws sehen dagegen für Dan-Träger unter 18 Jahren einen schwarz-weißen Gürtel mit längs verlaufender weißer Hälfte vor; ab 18 Jahren ist der Gürtel schwarz. Dieses Juniorensystem ist nicht mit den Poom-Graden gleichzusetzen.
Bekleidung und Schutzausrüstung

Die Trainingsbekleidung heißt Dobok (도복) und besteht aus Oberteil, Hose und Gürtel. Schnitt, Farben und Kennzeichnungen hängen von Stilrichtung, Graduierung und Verwendungszweck ab. Trainiert wird überwiegend barfuß. Schmuck und andere harte Gegenstände werden wegen der Verletzungsgefahr abgelegt.
Im Kukki-Taekwondo ist ein vorne geschlossenes Oberteil mit V-Ausschnitt verbreitet. Im Chang-Hon-Taekwon-Do wird ebenfalls ein weißer Dobok getragen; schwarze Einfassungen und Streifen kennzeichnen bestimmte Graduierungen oder Funktionen. Die ITF-By-Laws regeln diese Kennzeichnungen ebenso wie Verbandsabzeichen und Gürtel.
Bei WT-Zweikämpfen gehören Rumpf- und Kopfschutz, Unterarm- und Schienbeinschutz, Handschuhe, Tiefschutz und Zahnschutz zur Schutzausrüstung. Bei Verwendung des elektronischen PSS kommen entsprechende Protektoren und Sensorsocken hinzu. Im regulären ITF-Freikampf werden insbesondere Hand- und Fußprotektoren, Kopf-, Zahn- und Tiefschutz nach den Vorschriften des jeweiligen Verbandes verwendet. Eine elektronische Rumpfweste wie im WT-Wettkampf gehört nicht zu diesem Ausrüstungssystem.
Philosophie und Etikette
Ethische Grundsätze
Neben der technischen Ausbildung beschreiben Taekwondo-Organisationen ethische Ziele ihrer Kampfkunst. Im Chang-Hon-Taekwon-Do werden nach Choi Hong-hi fünf Grundsätze hervorgehoben:
- Ye-ui (예의): Höflichkeit;
- Yom-chi (염치): Integrität;
- In-nae (인내): Durchhaltevermögen;
- Guk-gi (극기): Selbstbeherrschung;
- Baekjul-boolgool (백절불굴): unbeugsamer Geist.
Der dazugehörige Schülereid verbindet die Beachtung dieser Grundsätze mit Respekt gegenüber Lehrern, dem Verzicht auf Missbrauch der Kampfkunst und dem Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
Das Kukkiwon stellt in seiner Darstellung des Taekwondo-Geistes Geukgi (Selbstüberwindung) und Hongik (Nutzen für die Menschen) in den Mittelpunkt. Als praktische Tugenden nennt es Ausdauer, Mut, Höflichkeit, Gerechtigkeit und freiwilliges Engagement.
Theorie der Kraft nach Choi Hong-hi
Als Theorie der Kraft bezeichnete Choi Hong-hi ein Lehrmodell zur wirksamen Ausführung von Techniken. Es umfasst Reaktionskraft, Konzentration, Gleichgewicht, Atmungskontrolle, Masse und Geschwindigkeit. Damit verband er Anweisungen zur Körperkoordination, zum Einsatz des Körpergewichts und zum zeitlich abgestimmten Anspannen bei einer Technik.
Verhalten im Dojang
Zum Unterricht gehört in vielen Schulen eine besondere Etikette. Dazu zählen die Verbeugung beim Betreten und Verlassen des Dojang, die Begrüßung von Lehrern und Trainingspartnern, eine häufig nach Graduierung geordnete Aufstellung sowie ein respektvoller Umgang und kontrollierte Partnerübungen. Die konkrete Ausgestaltung ist nicht in allen Schulen gleich. Die Kommandos Charyeot (차렷, „Achtung“) und Gyeongnye (경례, „Grüßen“ beziehungsweise „Verbeugen“) werden auch international verwendet.
Taekwondo in Deutschland
Entwicklung und Organisationen
Taekwon-Do wurde ab 1965 unter anderem durch Choi Hong-hi und Kwon Jae-hwa im deutschsprachigen Raum verbreitet. Weitere koreanische Lehrer wirkten am Aufbau von Schulen und Verbänden mit. Die ersten deutschen Meisterschaften fanden 1967 in München statt. Nach der Ostberliner Affäre im selben Jahr bildeten sich unterschiedliche Verbandsstrukturen.
Taekwondo war zunächst als Sektion im Deutschen Judo-Bund organisiert. 1981 entstand daraus die Deutsche Taekwondo Union (DTU). Sie gehört dem Deutschen Olympischen Sportbund, World Taekwondo und dem europäischen WT-Verband an und betreut in Deutschland den olympischen Zweikampf sowie den Pumsae-Sport. In der DDR wurde Taekwondo erst nach 1988 offiziell anerkannt und zusammen mit Karate in den Deutschen Judo-Verband aufgenommen.
Auch das Chang-Hon-Taekwon-Do ist in Deutschland durch mehrere Verbände vertreten. Dazu gehören die ITF-Deutschland (ITF-D), die International Taekwon-Do Federation-Germany (ITF-G) sowie die German ITF, die der Organisation von Choi Jung Hwa angehört. Daneben bestehen unabhängige Schulen und weitere Verbände.
Internationaler Wettkampfsport
Bei der ersten Weltmeisterschaft 1973 gewannen Armando Chavero Silber und Georg Karrenberg Bronze für die Bundesrepublik Deutschland. Zu den frühen deutschen Weltmeistern gehörten Rainer Müller (1979), Dirk Jung (1982) und Michael Arndt (1987). Bei den olympischen Demonstrationswettbewerben 1988 in Seoul errangen Markus Woznicki und Michael Arndt Bronze.
Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann Faissal Ebnoutalib Silber in der Klasse bis 80 Kilogramm. Helena Fromm gewann 2012 in London die Bronzemedaille. Lorena Brandl errang 2022 WM-Bronze und wurde 2024 Europameisterin; bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris belegte sie den fünften Platz.
Bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen 2010 gewannen Antonia Katheder und Ibrahim Ahmadsei jeweils Silber. Weltmeisterschaften fanden 1979 in Sindelfingen und 2003 in Garmisch-Partenkirchen statt; Europameisterschaften wurden unter anderem 1978 in München, 1984 in Stuttgart und 2006 in Bonn ausgetragen.
Neben dem Zweikampf ist Deutschland im internationalen Formenwettkampf vertreten. Bei der Pumsae-Weltmeisterschaft 2024 in Hongkong gewann das deutsche Team fünf Medaillen.
Nach einer 2014 von der Stadt Nürnberg veröffentlichten Darstellung stammten zehn der vierzehn deutschen Teilnehmer der damaligen Europameisterschaft aus Nürnberger Vereinen. Rhonda Nat, die bei Taekwondo Black Tiger Nürnberg trainierte, gewann 2014 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Taipeh Silber.
Militärnationalmannschaft
Bei der Militärweltmeisterschaft 2025 in Warendorf gewann die achtköpfige deutsche Mannschaft unter dem Bundeswehr-Bundestrainer Sergej Kolb sechs Medaillen: Gold errangen Anastasia Rovithis, Vanessa Körndl und Lorena Brandl, Silber Leonie Mayer sowie Bronze Khaled Abdel-Halim und Roja Rezaie. Körndl verteidigte dabei ihren Titel. Die deutschen Frauen wurden als bestes Frauenteam des Turniers und Brandl als beste Athletin ausgezeichnet.
Gesundheit und Verletzungsrisiken
Die sportmedizinische Forschung zum Taekwondo untersucht insbesondere Verletzungen im Leistungs- und Wettkampfsport. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 wertete acht Studien mit insgesamt 3834 Athleten aus. Verletzungen der unteren Extremitäten überwogen; häufig beschrieben wurden Prellungen, Verstauchungen und Bandverletzungen. Die Untersuchungen verwendeten unterschiedliche Verletzungsdefinitionen und Bezugsgrößen, wodurch die Häufigkeitsangaben nur eingeschränkt vergleichbar sind. Die Ergebnisse beziehen sich auf Leistungssportler und beschreiben nicht unmittelbar das Verletzungsrisiko aller Trainingsformen im Breitensport.
Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen sind wegen der in mehreren Wettkampfsystemen erlaubten Kopftritte ein weiterer Gegenstand der Forschung. Eine Videoanalyse von sieben Verletzungsfällen untersuchte beispielsweise die Mechanismen von Gehirnerschütterungen im Taekwondo-Zweikampf.
