Symbolklassen sind mathematische Objekte aus dem Bereich der partiellen Differentialgleichungen. Sie wurden von Lars Hörmander eingeführt und werden deshalb manchmal auch Hörmander-Klassen genannt. Ihre Elemente sind eine Verallgemeinerung des Symbols eines Differentialoperators.
Symbolklassen
Möchte man Verallgemeinerungen von Differentialoperatoren wie zum Beispiel Pseudodifferentialoperatoren oder Fourier-Integraloperatoren betrachten, so kann man auch Symbole von reellem Grad verwenden beziehungsweise untersuchen. Zu diesem Zweck wurden die Symbolklassen von Lars Hörmander eingeführt.
Definition
Seien natürliche Zahlen,
eine offene Teilmenge und
reelle Zahlen mit
und
. Dann versteht man unter
die Menge aller glatten Funktionen
, so dass für jede kompakte Menge
und alle
die Ungleichung
für eine Konstante erfüllt ist. Die Elemente von
werden Symbole der Ordnung
und des Typs
genannt. Außerdem werden die Symbolklassen
und
durch
definiert.
Topologisierung
Die besten Konstanten der Ungleichung
das heißt die Konstanten
sind Halbnormen. Diese machen die Räume zu Fréchet-Räumen. Da
gilt und der abzählbare Durchschnitt von Fréchet-Räumen wieder ein Fréchet-Raum ist, ist auch
ein Fréchetraum.
Beispiele
Sei eine offene Teilmenge.
- Identifiziert man den Raum der reellen Zahlen
mit dem Raum der konstanten Funktionen, so ist dieser ein Teilraum von
.
- Sei
- mit Koeffizientenfunktionen
ein Symbol eines Differentialoperators der Ordnung
. Dann gilt
.
- Sei
mit
. Dann gilt
.
Eigenschaften
- Die Symbolklassen
sind für alle
,
und
Montel-Räume.
- Differenzieren des Symbols nach der zweiten Variablen verbessert (also verringert) die Ordnung. Präzise bedeutet dies, dass die Abbildung
- Multiplizieren zweier Symbole ergibt wieder ein Symbol, es gilt nämlich
- Diese Abbildung ist bilinear und stetig.
- Für
gilt
.
- Sei
positiv homogen vom Grad m für
, das heißt
- für
und
. Dann gilt
.
- Sei
offen und
. Auf beschränkten Teilmengen von
ist die durch
induzierte Topologie die Topologie der punktweisen Konvergenz.
- Sei
. Dann ist
in der
-Topologie dicht in
.
Asymptotische Entwicklung eines Symbols
Definition
Sei ein Symbol. Existieren
mit
so dass
für jede positive Zahl gilt. Die formale Reihe
ist eine asymptotische Entwicklung von
und man schreibt
Eindeutigkeit
Die asymptotisch Entwicklung eines Symbols ist eindeutig modulo Symbole der Klasse . Präzise formuliert heißt das:
Sei eine Zerlegung mit
und sei
. Dann existiert ein Symbol
, so dass
gilt. Gibt es ein weiteres Symbol mit der gleichen asymptotischen Entwicklung, dann gilt
.
Klassisches Symbol
Ein klassisches Symbol ist ein Spezialfall eines Symbols aus dem Raum Diese erweisen sich im Zusammenhang mit Pseudo-Differentialoperatoren als einfacher zu handhaben. Eingeführt wurde diese Klasse von Funktionen von den Mathematikern Joseph Kohn und Louis Nirenberg.
Ein Symbol heißt klassisches Symbol und man schreibt dafür
, wenn es eine Ausschälfunktion
gibt und Funktionen
, so dass jedes
positiv homogen von der Ordnung
in der Variablen
ist. Es muss also
gelten und außerdem muss
für alle gelten. Dies liefert eine asymptotische Entwicklung von
.