In der Mathematik versteht man unter einer Nullfolge eine Folge (meist von reellen Zahlen), die gegen 0 konvergiert (sich annähert). Jede konvergente Folge kann als die Summe aus einer konstanten Zahl (nämlich ihrem Grenzwert) und einer Nullfolge dargestellt werden.
Zum Beispiel ist die Folge eine Nullfolge reeller Zahlen.
Definition
Sei der Körper der reellen oder komplexen Zahlen. Eine Folge
in
heißt Nullfolge, falls sie konvergiert und dabei
gilt.
Anmerkung
Die Menge aller Nullfolgen bildet den Folgenraum , der mit der Supremumsnorm
ein Banachraum wird.
Beispiele
Beispiele für Nullfolgen sind:
,
,
,
,
,
.
Sätze
I
Ist eine Folge in
und
, so konvergiert jene gegen den Grenzwert
dann und nur dann, wenn
eine Nullfolge ist.
II
Sind und
zwei beschränkte Folgen in
und ist eine davon eine Nullfolge, so ist auch
eine Nullfolge.
III
Für eine in konvergente Reihe
ist die zugehörige Folge
stets eine Nullfolge.
IV
Ist eine alternierende Folge in
und ist dabei die zugehörige Folge
eine monoton fallende Nullfolge, so ist
eine konvergente Reihe.
Verallgemeinerung
Sei eine metrisierbare topologische Gruppe, d. h. eine Gruppe, die mit einer Metrik so ausgestattet ist, dass die Gruppenverknüpfung und die Inversenbildung stetig sind (z. B. die additive Gruppe in einem bewerteten Körper oder normierten Vektorraum).
Eine konvergente Folge in heißt genau dann Nullfolge, wenn sie gegen das neutrale Element konvergiert.
Die Eigenschaft einer Folge, Nullfolge zu sein, hängt natürlich von der Metrik ab: Die oben als Beispiel angegebene Folge ist in
eine Nullfolge bezüglich der üblichen Betragsmetrik, jedoch divergiert sie sogar bezüglich des 2-adischen Betrages auf
.
Eine Folge in einem normierten Vektorraum ist genau dann eine Nullfolge bezüglich der durch die Norm induzierten Metrik, wenn die Folge der Normen eine Nullfolge in ist.